Zauberbuch Familienfrieden konkret von Hanna Grubhofer

Und noch ein Rezensionsmontag!

Letzte Woche habe ich hier ein Buch der Autorin Hanna Grubhofer rezensiert, in dem es um die Gewaltfreie Kommunikation für und mit Kindern ging. Als Mediatorin und Coach verdiene ich mein Geld, indem ich Menschen bei Konflikten helfe. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg nutze ich dabei häufig. Ich finde sie einfach, gut umzusetzen und vor allem extrem effektiv.
Zusammen mit dem Kinderbuch zur GfK wurde mir auch Zauberbuch Familienfrieden konkret angeboten; und was lag näher beide Bücher zu rezensieren? Als Mutter, bei der es zuhause trotz aller Gewaltfreien Kommunikation und einem mediativen Ansatz auch mal gehörig knallt, war ich auf ein Buch, das Familienfrieden durch GfK verspricht – und das auch noch konkret! -, ausgesprochen gespannt.

Autor: Hanna Grubhofer
Titel: Zauberbuch Familienfrieden konkret. Magische Anwendungsbeispiele für Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Verlag: edition riedenburg
Seiten: 151

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin von dem Buch enttäuscht und zwar, weil ich Gewaltfreie Kommunikation erwartet, aber dann nur in homöopathischen Dosen bekommen habe.

Nach einer kurzen Einführung, wie die Gewaltfreie Kommunikation abläuft (Was beobachte ich? Was fühle ich? Was ist das dahinterliegende Bedürfnis? und Worum bitte ich den anderen?), beginnt die Autorin aus ihrem Familienalltag zu erzählen. Das ist bei sieben Kindern und mit der durchaus angenehmen Erzählstimme der Autorin an vielen Stellen unterhaltsam bis spannend.
Dann folgen sechs Kapitel Erziehungsratgeber. Dieser ist sicherlich von der GfK inspiriert, aber deutlich mehr von Rebeca Wild (nichtdirektive Erziehung) und Maria Montessori (Montessoripädagogik). Die konkreten Anwendungen von GfK in Problemsituationen, wie sie in jeder Familie vorkommen wie zum Beispiel Trödeln vor dem Schlafen gehen oder Ärger beim Aufräumen, gab es leider nur eine einzige.
Schön waren die besonders gestalteten Seiten, wo die*der Leser*in zu durchaus klugen und hilfreichen Fragen eigene Notizen machen konnten.
Schwierig hingegen fand ich die starke Ablehnung von Plastikspielzeug und Mediennutzung. Die Autorin mag diese gerne verteufeln; in einem Erziehungsratgeber würde ich mir eine (gerne kritische) Auseinandersetzung mit der Frage, wie bereiten wir unsere Kinder auf die von Medien überflutete Welt vor. Gibt es nicht, scheint mir etwas zu kurz gedacht.
Zum Abschluss des Buches gibt es noch ein kurzes Kapitel, in denen es etwas mehr um die Gewaltfreie Kommunikation geht. Hier kamen die von der GfK inspirierten Beispiele, wie mit schwierigen Familiensituationen umgegangen werden kann. Davon hätte ich mir mehr gewünscht!
Im Anhang gibt es dann noch zwei Ideen für Gesprächsführungen im GfK-Stil.
Sehr angetan war ich von der Widmung, in der auch an alle Alleinerziehenden gedacht wurde und an die, die selbst eine schwere Kindheit hatten und nach anderen Wegen suchen. Wie die Autorin bin ich der Meinung, dass man die Leistung dieser Menschen gar nicht hoch genug rühmen kann.

Ein Erziehungsratgeber, der einem gute Fragen an die Hand gibt, der aber nur sehr wenig konkret mit Gewaltfreier Kommunikation zu tun hat.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!