Crime Mysteries: Sherlock Holmes

Mal wieder ein Rezensionsmontag!

Als Kind habe ich die Krimis zum Selberrätseln und -lösen von Wolfgang Ecke heiß und innig geliebt. Ich hatte viel Spaß und eine große Freude daran. Dumm war nur, dass man diese Bücher nicht beliebig oft wieder lesen konnte, weil man die Lösungen ja schon kannte.
Als Teenager entdeckte ich dann Sherlock Holmes für mich. Und noch heute bin ich eine begeisterte Sherlockianerin. (Auch wenn ich nicht mehr so viel Zeit wie früher für dieses Hobby aufbringen kann…)
Was kann folglich mein Herz zum Entzücken bringen? Genau, Sherlock-Holmes-Krimis zum Selberrätseln und -lösen. Als ich also die Anfrage erhielt, ob ich das Buch Crime Mysteries: Sherlock Holmes rezensieren wollte, konnte ich nicht anders als Ja sagen.

Titel: Crime Mysteries: Sherlock Holmes
Verlag: Ullmann Medien
Seiten: 224

Nach einer kurzen Einleitung von Dr. Watson berichtet der gute Freund des großen Detektivs Sherlock Holmes von zehn neuen Fällen: Dabei handelt es sich um eine Kabale in Birchfield House mit tödlichem Ausgang, einen Überfall in der Fabrik eines Nahrungsmittelherstellers der Luxusklasse, einer weiteren Intrige mit tödlichem Ausgang im Hause der Freemans, Anekdoten aus der Sunday Times, einem Diamantenraub mit Mord in den Carnaby Rooms, den mysteriösen Mr. Crane, der spurlos verschwunden ist, einer vornehmen, aber durch und durch eigenartigen Gesellschaft in Carstairs House,  den Diebstahl einer nur heimatkundlerisch wertvollen Krone, den Verbrechen – Morde und Entführung – die bei Unwetter zunehmen und dem mysteriösen Tod von Edward Bitters.

Jeder der zehn Fälle ist in in jeweils drei Kapitel unterteilt. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es eine Schlussfolgerung Holmes, die man selber nachvollziehen kann. Alle Anhaltspunkte, die der große Detektiv hat, sind in dem vorausgegangenen Kapitel berichtet worden, so dass man  – zumindest theoretisch – die Fälle auch lösen kann. Natürlich ist genau das dies der Clou der Reihe Crime Mysteries. Mit etwas kriminalistischem Gespür und der Fähigkeit gut aufzupassen kann man in der Tat die Frage beantworten. Falls es jedoch mal nicht klappt, gibt es am Ende des Buchs die Lösungen. Hier kann der geneigte Leser nachschauen, ob die eigene Überlegung stimmt oder auch sich auf die Sprünge helfen lassen, wenn er einfach auf keine Lösung kommt.
Die Geschichten sind alle sehr stringent erzählt. Das Format lässt keinen Raum für Schnörkel und Ausschweifungen. Es geht um die meist großen Täuschungen mit kriminellem Hintergrund, die Hinweise darauf und die Deduktionen, die sich daraus ergeben. Wer neue Erkenntnisse über die bekannten Figuren Sherlock Holmes, Dr. John Watson, Inspektor Lestrade oder Mrs. Hudson oder ihre Beziehung erwartet, wird enttäuscht.
Der Stil ist sehr an die Erzählweise von Sir Arthur Conan Doyle angelehnt. Mit der Figur des Dr. Watsons gibt es einen Ich-Erzähler, der genau beschreibt – auch alle Details, die wichtig für die Deduktionen sind – und den Leser mit in die Welt des viktorianischen Englands nimmt. Am Beginn der Geschichte wird fast immer über das Wetter geredet, kleine Spitzen des Erzählers gegen seine Zeitgenossen kommen vor, ebenso die Bewunderung für den großen Detektiv. Dieser ist gewohnt brillant und verblüfft zwischendurch mit kleinen Deduktionen. So vermitteln die Geschichten das wunderbare Gefühl „zuhause“ zu sein, auch wenn der Erfinder des großen Detektivs sicherlich aus Gründen der Moral niemals eine Show- und Burleskentänzerin als Klientin seines Detektivs erfunden hätte.
Den Figuren fehlt jegliche Tiefe. Blitzen bei Conan Doyle immer mal wieder Momente auf, in denen Holmes, Watson oder die anderen dargestellten Personen Gefühle und eigene Motivationen, Hintergründe und Beziehungen haben, sind sie hier komplett auf die Rolle, die sie in der Geschichte als Handlungsträger zu spielen haben beschränkt. Ein oder zwei kleine Sätze über die Gefühle, die der Ich-Erzähler wahrnimmt oder selber zu diesen Figuren hat, würden sicherlich Wunder wirken.
Ein echtes Highlight ist die Gestaltung des Buchs! Eigentlich auf jeder Seite sind kleine Illustrationen, die ein wenig wie Stiche aussehen und das Geschehen untermalen. Nicht nur gibt es Bilder von den handelnden Personen, sondern auch von den Häusern und Orten, an denen die Geschichte spielt, und kleine Gegenstände, die vorkommen. Am Beginn einer neuen Geschichte gibt es eine stimmungsvolle, zweiseitige Schmuckseite.

Zehn neue Sherlock Holmes Fälle zum Selberrätseln und -lösen, die mich rundherum gut unterhalten haben. Ein gutes Buch für einen grauen Herbst- oder Winternachmittag auf der Couch.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn! von Dana Simpson

Die kleine Tigerin ist eine Buchverschlingerin und Schnellleserin geworden. Ich finde das wunderbar! Die ersten drei Harry Potter-Bände haben wir schon in bester Buchclub-Manier verschlungen und alle paar Kapiteln darüber gesprochen, ein paar ihrer Bücher hat sie mir bereits mit den Worten „Mama, das handelt von einem Buchladen/Garten/etc..“ empfohlen und ihr Buchregal quillt wie meines über. Ich würde – zumindest in dieser Beziehung – sagen, alles richtig gemacht!

Heute haben wir eine Premiere: Die kleine Tigerin schreibt hier auf Literaturjunkie ihre erste Rezension. Die lustige und wunderbar liebevolle Comic-Serie Fibi und ihr Einhorn hat das Herz meiner Tochter von Anfang an erobert. Fibi und ihre Freundin Maiglöckchen Samtnüster, mit Spitznamen Glöckchen, die genauso selbstverliebt wie einfühlsam und verschroben und zufällig ein Einhorn ist, reflektieren und erklären ironisch die moderne Welt von Kindern und ihre Probleme. Als ich also den fünften Band der Serie zur Resenzion angeboten bekommen habe, lag es nahe, das Angebot nicht nur anzunehmen, sondern als Gastrezensentin die kleine Tigerin zu verpflichten.

Trommelwirbel und Tusch! Hier kommt nun also die erste Rezension meiner Tochter. Ich würde mich freuen, wenn es ein paar nette Worte in den Kommentaren für sie geben würde, um sie zu ermutigen. Vielleicht mag sie dann ja noch öfter hier Rezensionen schreiben…

Autorin: Dana Simpson
Illustrationen: Dana Simpson
Titel: Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn!
Verlag: h.f.ullmann
Seiten: 175

Im fünften Band von Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn! werden in kurzen Comicstrips verschiedene Geschichten erzählt: Fibi und Maiglöckchen erleben mal wieder ein unvergessliches Halloween und plötzlich möchte jedes Kind ein Kobold haben. Fibis Erzfeindin Daria ist sehr beliebt in der Schule und ärgert Fibi bei jeder Gelegenheit. Und dann sind da ja auch noch ihre Eltern, mit denen sie klarkommen muss. Zum Beispiel möchte sie rausgehen, aber ihre Eltern wollen mit ihr zocken. Im diesem Band verreist Maiglöckchen und Fibi hat einige Probleme, die sie ohne ihre Freundin lösen muss.

Die Bilder sind toll, weil sie sehr fantasievoll gestaltet sind. Fibi finde ich toll gemacht, weil sie nicht an allen Tagen das gleiche trägt wie ein richtiger Mensch. An Maiglöckchens Bildern gefällt mir, dass sie nicht immer die gleiche Form hat. Sie bewegt sich richtig. An den Gesichtern kann man gut ablesen, welches Gefühl die Person gerade hat. Allerdings war ich am Anfang verwirrt, wenn ich mir manche Bilder angeschaut habe, weil die Personen von einem Bild zum anderen plötzlich an an einem anderen Ort sind, wo ich mir gar nicht erklären konnte, wie sie dahin gekommen sind.
Das Cover mit seinem Glitzerstern gefällt mir sehr!
Ich finde die Sprache in den Comics eigentlich ganz gut. Es ist ganz leicht zu lesen; nur manchmal lese ich zu schnell, so dass ich nicht alles richtig verstehen kann. Im fünften Band sind einige schwere Wörter dabei, dafür gibt es das Glossar, in dem alle schwierigen Wörter erklärt werden.
Ich finde, dass man von den Geschichten beim ersten Mal lesen ziemlich ein Lachanfall kriegen kann. Manche der Geschichten sind auch echt spannend, weil teilweise auch spannende Sachen passieren. Zum Beispiel ist Maiglöckchen weg und Fibi ist traurig und man weiß nicht, was sie als Nächstes tut. Allerdings finde ich blöd, dass Maiglöckchen sich von Fibis Vater bestechen lässt, aber von Fibi nicht.
Ich mag Fibi, weil sie mir ähnlich ist: Sie möchte genauso gern wie ich einfach von allen so behandelt werden wie alle anderen (angesagten Kindern).
Maiglöckchen mag ich, weil sie eigentlich sehr freundlich ist. Nur an ihrer Eitelkeit sollte sie noch arbeiten.

Alle, die Fantasy (Einhörner) mögen, sollten das Buch lesen!

Mehr zu Dana Simpson und zu ihrem Schreiben und Leben gibt es auf ihrer Website.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!