Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender vom homunculus verlag

Und hier mal wieder eine Rezension …

Ich bin ja schon seit vielen Jahren bekennende Sherlockianerin. Leider bin ich bei weitem nicht mehr so aktiv, wie ich es einmal war. Wie auch? Ich freue mich ja immer diebisch, wenn ich hier das regelmässige Posten hinbekomme. Früher habe ich sogar für meine Freunde, die so gar kein tieferes Interesse an dem größten aller Detektive hatten, zu Sir Arthur Conan Doyles Geburtstag ein Sherlock Holmes Quiz veranstaltet und die Armen mit meiner überbordenden Begeisterung quasi gezwungen daran teilzunehmen. Sie fanden meine Fragen immer zu schwer … Auch, wenn ich also nicht mehr so aktiv bin, ist meine Leidenschaft für den viktorianischen Detektiv nicht verloschen, sondern lodert auf kleiner Flamme weiter. Ich verfolge gespannt, was sich so tut in der sherlockianischen Welt. Als daher die Frage kam, ob ich den Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender rezensieren möchte, habe ich mich gefreut. Vielen Dank an den homunculus verlag für das Rezensionsexemplar!

Texte: Joseph Felix Ernst, Sebastian Frenzel & Philip Krömer
Titel: Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender
Illustrator: Hans Baltzer
Verlag: homunculus verlag
Seiten: 50 (Ein Deckblatt und 24 Blätter – das hätte vermutlich jeder deduziert!)

Der Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender ist, wie der Name vermuten lässt, ein Adventskalender. Er hat einen stabilen Aufsteller aus dickem Papier und eine Ringbindung, so dass man täglich ein Blatt umdrehen kann und jeden Tag eine neue Geschichte zum Rätseln auf seinem Schreibtisch oder – wer es viktorianischer mag – dem Sekretär oder der Anrichte stehen hat. Jeder Tag bietet eine kleine Geschichte, in der Mr. Holmes und natürlich Dr. Watson in wenigen Worten ermitteln und der geneigte Leser am Ende knobeln kann, ob er auf die gleiche schlaue Lösung wie der britische Meisterdetektiv kommt. Eine wirklich nette Idee!

Der Stil der Geschichten unterscheidet sich sehr. Man merkt deutlich, dass verschiedene Autoren am Werk waren. Und auch die Art der Aufgaben unterscheidet sich von Geschichte zu Geschichte. Mal muss ein Code geknackt werden und ein anderes Mal aus kleinen Details das Geschehen kombiniert werden und einmal braucht man sogar Fachwissen über Bieber, um den Fall zu knacken. Mein persönliches Highlight ist der 9. mit einer gut zu deduzierenden Geschichte und dem moralisch und nicht nach dem Gesetz urteilenden Detektiv.
Sehr schade ist, dass nicht alle Geschichten in das 19. Jahrhundert, die große Wirkungszeit des privaten Ermittlers aus der Baker Street, passen: Da tauchen Lautsprecher und Insulin auf, das Auto – wenn es schon vorkommt, wird nicht als Automobil betitelt und manche der Leute verhalten sich eher anachronistisch. Das ist ein Wermutstropfen!
In vielen der kleinen Geschichten sind literarische Anspielungen auf Krimis und Sherlock Holmes verborgen. Sie bringen beim Lesen den geneigten Leser zum Lächeln.
Das durchgängige vierfarbgedruckte Design des Kalenders ist recht modern. Es passt durchaus zum Thema Krimi und Weihnachten, bezieht sich jedoch nicht auf den Mann mit Pfeife und Deerstalker im besonderen oder das viktorianische Zeitalter im allgemeinen. Das Papier fasst sich angenehm an.
Für einen sherlockianischen Sammler ist der Adventskalender sicherlich eine amüsante Kuriosität. Aber jeder, der gerne die Vorweihnachtszeit zelebriert und sich und sein innere Kind an den kleinen schönen Dingen dieser Zeit erfreut, ist mit diesem Adventskalder gut bedient. Wenn mann dann noch wie ich als Jugendlicher Wolfgang Eckes Krimi-Rätsel verschlungen hat, ist diese Sammlung von Mini-Geschichten ein großer Spaß. Und besser als ein Schokoadventskalender ist der Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender für die schlanke Linie allemal!

Mehr zu den Büchern vom homunculus verlag gibt es hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

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Voll verboten von der Dudenredaktion

Bei uns sind die Ferien fast vorbei; in meiner alten Heimat Schleswig-Holstein fangen sie gerade an. (K., S., M. und B. geniesst es!) Noch vor den Ferien bin ich gebeten worden den „Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock – Ab 7 Jahren“ zu rezensieren. In den Ferien haben die kleine Tigerin und ich uns also daran gesetzt und losgelegt …

Autor: Dudenredaktion
Titel: Voll verboten!
Illustrator: Judith Heger, iStockphoto/Sashatigar, Anna-Lena Sonnak, Constanze Schröder, Angelika Sust, Ines Schiffel
Verlag: Duden Verlag
Seiten: 160

In erster Linie soll dieser Block natürlich unterhalten und die Langeweile vertreiben. Ich selber habe als Kind diese Aufgabenblöcke und -hefte geliebt und war daher sehr gespannt zu sehen, wie meine Tochter ihn findet. Gleich auf der ersten Seite kommt der erste Lacher: ein Gitterrätsel, in dem man nach Schimpfwörtern wie „Pupsgesicht“ suchen muss und die kleine Tigerin kommt gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Weiter geht es auf den nächsten Seiten mit Malen nach Zahlen, Basteltipps, Geschichten spinnen, Buchstabensalat, Madalas zum Ausmalen, Paare suchen, Galgenmännchen, Zahlenhäusern, Stadt, Land, Fluß, Entschuldigung, hier heißt es Stadt, Land, Pups und vielem mehr. Wenn die Rätsel und Co. auch in erster Linie Spaß machen, vertiefen sie doch in zweiter Linie das gerade in der Schule erworbene Wissen um Buchstaben und Zahlenmengen. Und sie fördern die Kreativität!
Ein kleines Manko sind die Rätsel, in denen es um Englisch geht. Die kleine Tigerin hat mit ihren sieben Jahren – Sie ist also genau in der Zielgruppe. – gerade die erste Klasse abgeschlossen. Der Englisch-Unterricht beginnt bei uns erst in der dritten Klasse. Sie hatte also alleine gar keine Chance die Rätsel zu lösen. Das löste ein bisschen Unmut aus.
Die Illustrationen sind lustig und – da verschiedene Illustrator*innen am Werk waren – vielseitig. Das macht den Block auch nach der vierten Seite noch interessant.
Voll verboten ist eine gute Idee für die verregneten Tage im Urlaub, wenn man nicht draußen Toben und Spielen kann, oder für die Zeit, wenn die Großen zum Beispiel im Restaurant ein bisschen Ruhe haben wollen.

Und das meint die kleine Tigerin: „Der ist voll lustig!“

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Mal!

Stark! von Armin & Philip Scheuer

Rezensionsmontag!

Ich bin gebeten worden ein Jungenbuch zu rezensieren und ein Buch, das speziell auf Jungs zugeschnitten ist, ist immer interessant. Sie sind es die seltener lesen, sie sind es für die man spezielle Bücher braucht, um sie fürs Lesen zu begeistern, so die Lehrmeinung in der Ausbildung zur Vorlesepatin. Und das stimmt ja auch. Also haben wir Stark! gelesen und soviel verrate ich schon mal vorweg, dem kleinen Drachen hat’s gefallen.

Buchcover

Autor: Armin & Philip Scheuer
Titel: Stark!
Illustratorin: Christiane Eger
Verlag: Selfpublishing www.philipundseinefreunde.com
Seiten: 14

Männer – Rollenvorbilder – sind stark und können verschiedenen Personen in verschiedenen Situationen helfen. Es ist gut stark und hilfreich zu sein. Und das kann ich kleiner Mensch auch.

Die Illustationen sind deutlich sichtbar am Computer entstanden und zeigen sich wenig unterscheidende Menschen, die vor allem an unterschiedlichen Haarfarben und Frisuren auseinanderzuhalten sind. Die Bilder sind aber schön klar, hübsch bunt und gut zu erkennen. Da sie jedoch nicht mit vielen Details aufwarten, werden sie vielleicht nach einiger Zeit langweilig.
Das Buch ist für sehr kleine Kinder konzipiert. Die kleine Tigerin (6) verlor noch während des Vorlesens das Interesse. Auf je einer Doppelseite können verschiedene Männer – Feuerwehrmann, Polizist, Sanitäter, Baumeister, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer – in unterschiedlichen Situationen anderen helfen. Dabei ist der Text sehr offen, so dass die kleinen Betrachter selbst Geschichten erzählen können, wie diese Hilfe aussehen könnte. Ein liebevolles und überraschendes Detail ist der Spiegel am Ende des Buchs, der dem kleinen Betrachter in eine Reihe mit den „Helden“ auf den vorherigen Seiten setzt. Das ist toll und irgendwie faszinierend; zumindest hat der kleine Drache auf dieser Seite die meiste Zeit verbracht.
Der kurze Text wiederholt sich quasi pro Seite und der Stil ist sehr simpel.
Ein hübsches Buch, das sich für Jungs jedoch nur dadurch auszeichnet, dass die Protagonisten männlich sind. Das ist schade, denn schließlich gibt es ja auch Frauen in den dargestellten Berufen, die dasselbe leisten wir ihre männlichen Kollegen. Ich hatte auf eine besondere Art von männlicher Stärke, die vorgestellt wird, gehofft …

Das sagt der kleine Drache (3): Noch mal?

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Wieselwusel von Michat Krygier

Rezensionsmontag!

Ich bin gebeten worden das Wieselwusel zu rezensieren und ein Buch, in dem es um Aufräumen, Ordnung und Unordnung geht, ist immer interessant. Zumindest, wenn man wie ich nicht gut leben kann, ohne dass ein gewisses Maß an Ordnung herrscht. (Und das liegt nicht etwa daran, dass ich so ein ordnungsliebender Mensch bin, wie viele Leute meinen, sondern daran, dass in mir so viel Chaos ist, dass ich es nicht auch noch außerhalb von mir ertragen kann.) Also muss aufgeräumt werden. Das mag nicht jeder – besonders nicht meine Kinder, die jeden Abend all ihr Spielzeug an seinen Platz zurückräumen müssen. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Chaos und Aufräumen ist also Thema bei uns …

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Autor: Michat Krygier
Titel: Wieselwusel
Illustratorin: Alicja Wasilka
Verlag: Fabulus Verlag
Seiten: 21

Ein Ungeheuer aus dem Keller zieht bei der Familie ein. Es stiftet Unordnung und Chaos. Heißen tut es Wieselwusel. Aber Ungeheuer sind ja nicht immer ungeheuerlich …

Die Illustationen sind das, was dieses Kinderbuch zu etwas sehr Besonderem machen. Alicja Wasilka hält sie in den Farben grün, orange und silber und schafft so eine ganz andere und völlig neue Sehwelt. In den jeweils doppelseitigen Bildern sind viele Details versteckt und es gibt sehr viel zu entdecken.
Die Geschichte bezieht ihre Spannung daher, dass erst nach und nach klar wird um wen es geht, von wem erzählt wird und wer das eigentlich ist. Die vielen Beispiele, wo der Wieselwusel wirkt und die Kinder auch aus ihrem eigenen Leben kennen, macht es leicht und einfach sich in die Geschichte hineinzufühlen.
In den kurzen Texten pro Seite spricht der kindliche Erzähler und seine direkte Sprache zieht den Zuhörenden in seinen Bann. Der Stil ist gut verständlich, als würde ein Freund die Geschichte erzählen.
Die Art und Weise wie mit dem Wieselwusel in der Familie des Erzählers umgegangen wird, eröffnet viele Ansatzpunkte für das Aufräumen gegen den eigenen Wieselwusel an: Dinge sind leichter zu finden, sie gehen nicht verloren, niemand verletzt sich, es ist schön, wenn es sauber ist.
Ein gelungenes Bilderbuch zum Thema Aufräumen, das ohne erhobenen Zeigefinder auskommt, aber trotzdem eine positive Botschaft vermittelt. Und wegen der ausgezeichneten und besonderen Illustrationen wird es sich auch bei Erwachsenen lange in Erinnerung bleiben.

Das sagt die kleine Tigerin (6): Ist das aber schön bunt. — Unser Wieselwusel lebt im Kinderzimmer. — Liest du das noch mal vor?

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Geocaching III von Markus Gründel & Melanie Lipka

Rezensionsmontag!

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich, nachdem ich schon das letzte Jahr damit geliebäugelt hatte, das Geocaching ausprobiert. Ich habe Schnitzeljagden und Schatzsuchen schon als Kind geliebt und Geocaching ist ja eigentlich die Fortführung dessen ins Erwachsenenalter. Außerdem ist es vielleicht, so dachte ich, ein Hobby, das wir als Familie ausüben könnten: draußen, in der Natur unterwegs sein, mit milliardenteurer US-Militärtechnik spielen und Rätsel lösen, um Schätze zu finden. Ich finde, das hört sich nach einem klasse Plan an. Also kam mir die Gelegenheit das einmal auszuprobieren sehr gelegen. Ich hatte Spaß und kam auch mit Markus Gründel, der den Workshop leitete, ins Gespräch; er ist der Autor zum Thema im deutschsprachigen Raum. Er war sehr nett und so stelle ich heute sein Buch zum Geocaching – speziell für Jugendliche – vor und demnächst gibt es noch ein Interview mit ihm.

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Autor: Markus Gründel
Titel: Geocaching III Voll im Bilde beim GPS-Abenteuer
Illustratorin: Melanie Lipka
Verlag: Conrad Stein Verlag
Seiten: 129

In Geocaching III Voll im Bilde beim GPS-Abenteuer handelt es sich um eine Einführung und ein Nachschlagewerk zum Hobby Geocaching. Geocaching ist „die moderne Art der Schnitzeljagd. (…) Wie bei der altehrwürdigen Schnitzeljagd versteckt jemand (der Owner, Eigentümer) einen sogenannten Geocache, meist eine wasserdichte Dose mit einem Logbuch und einigen Tauschgegenständen. Dann ermittelt er mit GPS/Smartphone die exakten Koordinaten und stellt diese auf den einschlägigen Webseiten ins Internet. Und schon kann es losgehen! Ausgestattet mit den Koordinaten des Schatzes und einem GPS-Empfänger geht es auf die Jagd!“
Mit viel Wissen – Die Szene-Band „Die Dosenfischer“ hat im Song „Lächeln und Winken“ eine Liedzeile „…wenn schon im Gründel steht“! – und speziell für Jugendliche, wenn auch nicht ausschließlich für die, werden in dem kleinen Büchlein in beinahe A6-Format, so dass es gut in die Tasche passt, die Grundlagen des Hobbys erklärt. Dabei ist das Buch in drei Teile gegliedert: Grundlegendes, wo erklärt wird, was Caches sein können, wie die Verstecke aussehen können, was die verschiedenen Schwierigkeitsgrade bedeuten, was das Fachvokabular bedeutet und wo man im Internet Geocacher findet, weiter geht es im Ausrüstungsteil mit Listen, was man dabei haben sollte – Dabei wird auch die Erste Hilfe- und spezielle Winterausrüstung erwähnt. – und kurzen Erläuterungen und im letzten Teil geht es um Geocaching in der Praxis. Hier finden eine Beschreibung, wie das mit GPS eigentlich funktioniert, Tipps für die Suche an den Koordinaten, was es für verschiedene Suchen gibt und wie man selbst ein Geocache versteckt. Abschließend gibt es noch Hinweise auf Naturverträglichkeit und Gefahren wie Zecken. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass das Thema für eine Einführung rundum behandelt ist.
Die Zeichnungen des Comics sind lustig. Melanie Lipka ist in der Geocaching-Szene mit ihren Comics recht erfolgreich und auch für den Nicht-Kenner erschließt sich in diesem Büchlein wieso. Im klassischen Comicstil werden mit viel Humor und ausgesprochen kurzweilig kleine Anekdoten und lustige Szenen aus dem Hobby erzählt. Zeichnungen und kleine Strips finden sich quasi auf jeder zweiten Seite.
Geocaching III ist ein Sachbuch; der Stil ist daher folgerichtig sachlich, schnörkellos und gut verständlich. Auch Jugendliche können den Erklärungen bei technischen Einzelheiten sicher gut folgen. Da das Buch mit den Illustrationen sehr aufgelockert ist, entsteht auch nicht das Gefühl von „Büffeln müssen“.
Als kleine Zugabe gibt es vorne im Buch noch eine Verschlüsselungstabelle und einen Anhang mit verschiedensten Codes und Alphabeten. Das ist sehr nett, da das Buch in seinem handlichen Format gerade den Anfänger einlädt, es zum Nachschlagen beim dabei zu haben.

Mehr zu Markus Gründel findet man hier auf seiner Website.
Die Comics von Melanie Lipka findet man hier auf ihrer Website.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

DinoWheelies Die Schatzsuche von Matthias Weinert

Rezensionsmontag!
Ich bin gebeten worden für den ersten Band der neuen DinoWheelies-Reihe eine Rezension zu schreiben. Da sich das Konzept ganz spannend anhört, habe ich eingewilligt. Leider konnte ich Matthias Weinert, den Autoren, nicht wie ursprünglich geplant in Leipzig treffen. Aber das Buch oder der Comic funktoniert ja auch gut ohne Autoreninterview. Über die tatsächliche Ausstattug des Buchs kann ich wenig sagen, da ich ein Leseexemplar bekommen haben …

Autor: Matthias Weinert
Titel: Dino Wheelies Die Schatzsuche
Illustrator: Matthias Weinert
Verlag: Fischer KJB
Seiten: 96

2084 haben die Menschen die Erde verlassen und eine riesige Müllkippe zurückgelassen. Aus dem Schrott und „dem, was man das Wunde des Lebens nennen könnte“ entstand etwas Neues: die DinoWheelies, Dinosaurier auf Rädern.
Die drei Freunde Bo, Pukki und Tanka brauchen ein Geburtstagsgeschenk für Mama Tu, die quasi ihre Oma ist. Da ihre Mittel begrenzt sind, kaufen sie eine Schatzkarte und begeben sich auf Schatzsuche, um mit dem Reichtum, den sie finden werden, Mama Tu ein riesiges, wunderbares Geschenk zu kaufen. Und schon stecken sie in einem großen Abenteuer!

Die Geschichte von den drei kleinen DinoWheelies ist sehr liebevoll und charmant erzählt und ebenso gezeichnet. Das Buch ist ein Comic, das allerdings immer wieder von längeren Textpassagen unterbrochen wird. Für Erstleser ist das sicher wundervoll! Beim Vorlesen muss man jedoch erst einmal einen Rhythmus finden, um zu zeigen, wann wer spricht.
Die Geschichte ist vor allem für Jungs ansprechend; nicht nur geht es um eine Dinosaurier-Auto-Kreuzung, auch sind zwei der drei Protagonisten Jungs. Da die Statistik besagt, dass Jungs immer noch weniger lesen als Mädchen, ist es erfreulich, wenn wir mehr Bücher haben, die Jungs vom Lesen überzeugen und sie an Bücher heranführen. Die Altersempfehlung des Verlags ist sehr treffend.
Die Zeichnungen des Comics sind schön. Es gibt eine Menge Details, aber sie bleiben dabei übersichtlich. Und die Figuren sind wirklich niedlich.
Die Geschichte ist locker und leicht erzählt, ist spannend und vermittelt neben dem guten Ende auch noch eine Moral.
Sehr schön ist das Lexikon am Ende des Buchs, in dem noch mal Dinge aus der Geschichte aufgegriffen und mit Tatsachen unterfüttert werden.
Das Marketing mit App und Quartett ist clever gemacht, aber ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite ist es super, wenn die Kinder, nachdem sie neue Helden gefunden haben, noch mehr mit ihnen machen können, aber es erinnert auch an das Quengelregal im Supermarkt.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

Klausmüller – Ein Esel sucht ein Pferd von Pebby Art

Einer meiner guten Vorsätze für das neue Jahr ist es wieder Rezensionen für Literaturjunkie zu schreiben. Und am besten ist das ja bei solchen Vorsätzen nicht viel darüber zu reden und darüber nachzudenken, sondern einfach zu machen. Also: Here we go!
Ich bin mit Pebby Art über das Rezensionsforum Rezi Suche zusammen gekommen. Wir haben uns ein paar Mal geschrieben und ich kann nur sagen, dass Pebby sehr sympathisch ist …

Autor: Pebby Art
Illustrationen: Pebby Art
Titel: Klausmüller – Ein Esel sucht ein Pferd
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 210

Klara ist elf Jahre alt und hat es geschafft ihre Eltern zu überzeugen, den Familienurlaub am Strand auf Mallorca zu verbringen. Kein Wunder, dass sie stinksauer und bockig wird, als es plötzlich nun doch zu der unbekannten Großtante Agnes gehen soll. Familiensache und so. Doch beim ungeliebten Feriendomizil angekommen erwarten Klara gleich mehrere Überraschungen: Tante Agnes hat Pferde! Wie toll ist das denn? Und Joey, der Junge, der die Pferde versorgt, ist auch noch so nett und wirklich cool. Ist das nicht super? Aber die größte Überraschung ist dann doch, dass Klausmüller, Klaras Stoffesel und guter Gefährte in allen Lebenslagen, nach einem Sturz durch eine Ritterrüstung zu Leben erwacht. Und es stellt sich heraus, dass er nicht nur knuddelig ist, sondern einen sehr eigenen Kopf hat und das Herumschwingen an Lampen und Kekse liebt. Ist das nicht – äh, abgefahren? Und wäre das nicht schon Abenteuer genug, verschwindet auch noch das Fohlen Favorit und nur Klausmüller hat gesehen, dass nachts auf der Weide noch ein Mann war und seine Aufmerksamskeitspanne unterscheidet sich nicht sehr von der eines Frettchens …

Der Plot ist klar und stringent, genau so wie man ihn sich in einem Kinderbuch wünscht. Die Dinge passieren nacheinander und folgen ihrer inneren Logik. Die Rätsel werden gelöst, indem Spuren gefunden und verfolgt werden. Es ist ein sehr zahmer Krimi; es passieren keine schrecklichen oder wohlmöglich verstörenden Dinge. Die Entführung des Fohlens ist nicht schön, aber das Problem wird ja von Joey und Klara kompetent gelöst.
Die lustigen Verrücktheiten um und von Klausmüller sorgen dafür, dass das Buch aus der Masse an anderen Kinderkrimis heraussticht. Ein lebendes Stofftier ist eben nicht alltäglich und mal etwas anderes – und bestimmt sogar der geheime Traum von vielen kleinen Menschen. Ich zumindest wäre außer mir vor Freude gewesen, wenn eines meiner Stofftiere ein Eigenleben entwickelt hätte. Und obwohl etwas so Magisches passiert, bleibt der Roman durch und durch „realistisch“ und auf dem Boden. Das habe ich beim Lesen sehr geschätzt: Kinder akzeptieren die Dinge, auch wenn sie außergewöhnlich sind. Und genauso ist es auch bei Klausmüller.
Die Geschichte wird schnörkellos erzählt. Der Stil ist klar und schmucklos, teilweise leider sogar ein wenig trocken. Die verwendete Sprache ist leicht zu verstehen – ideal, wenn man die ersten Bücher selbst liest.
Den Figuren – allen voran der Protagonistin Klara – hätte allerdings ein bisschen mehr Tiefe nicht geschadet. Ich war immer dann Feuer und Flamme, wenn man ein wenig Einblick in das Seelenleben der Figuren gewonnen hat. Klaras Reaktionen auf Joey, die sie selber nicht einschätzen kann, oder Klausmüllers Eifersucht auf die „Großen“, die er mit Pampigkeit versucht wettzumachen, waren immer die Momente, in denen das Buch zu atmen begann und ich weiterlesen wollte. Leider blieben sie in der Minderheit.
Ein echtes Highlight sind die liebevollen Illustrationen. Innerhalb der Kapitel sind kleine Zeichnungen, die das Geschehen immer mal wieder untermalen. Die Bilder sind schön anzuschauen und sind nicht nur süß, sondern teilweise auch sehr komisch.
Auch wenn Klausmüller nicht das Debüt der Autorin ist, ist es der Beginn einer Reihe – und vielleicht findet Pebby in den nächsten Teilen zu einem lockereren und lustigeren Stil. Dann wären die Klausmüllerbücher unschlagbar. Mit ihren lustigen Ideen und witzigen Einfällen hat sie mich beim Lesen öfter zum Grinsen gebracht.
Es gibt von Klausmüller übrigens kostenlos eine kurze Weihnachtsgeschichte, wenn ihr ihn mal kennenlernen wollt: Klausmüller – Ein Esel fürs Krippenspiel.

Mehr zu den Büchern von Pebby Art und zu ihrem Schreiben und Leben gibt es auf ihrem Blog.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!