Leser

Es gibt Schlüsselmomente in meinem Dasein als Leserin: Festzustellen, dass ich schneller die Geschichte erfahre, wenn ich selber lese als darauf warte, dass meine Mutter mir weiter vorliest, oder die Entdeckung der Stadtbibliothek, in der man wunderbar in behaglicher und atmosphärischer Ungestörtheit lesen kann und so viele coole Bücher verfügbar sind, so vernarrt in eine Geschichte zu sein, dass man ein mehrere hundert Seiten dickes Buch an einem Tag durchliest oder die seltsamen Blicke von Menschen, die mich nicht verstehen, die ich aber auch nicht begreife, weil ich immer ein Buch dabei habe und bei jedem Leerlauf darin lese.
Ich hatte immer mal gehört, dass es Menschen gibt, die große Leser*innen waren und sich dann von den Büchern abgewendet haben. Ich war zutiefst davon überzeugt, dass mir so etwas nicht widerfahren könnte. Aber nach meinem Examen, für das ich wochenlang jeden Tag mehrere hundert Seiten vorgegebene Artikel, Fachliteratur und Primärtexte lesen musste, hatte ich keinen Bock mehr auf Bücher. Ich wollte nicht lesen. Ich habe Serien und Filme geguckt, Theater, Ballett und Oper besucht, Rollenspiel gespielt und geleitet und Hörspielen gelauscht; so bekam ich auch mein Maß an Geschichten… Aber es war auch ganz wunderbar Bücher wieder zu entdecken und sie für mich zurückzuerobern.
Offensichtlich geht es auch anderen so! Grant Snider fängt all diese Zustände ganz wunderbar ein:

Stadien des Lesers
1. Bücher entdecken
2. sich in Bücher verlieben
3. Bücher als Identität
4. Bücher als Ersatz für zwischenmenschliche Interaktion
5. Bücher als unerträgliche Frustration
6. Keine Bücher
7. Bücher wiederentdecken
8. Bücher horten
9. Bücher an die nächste Generation weitergeben

Mehr vom großartigen Grant Snider findet man hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Bücher

Ich weiß nicht, wie oft ich schon darüber geredet habe, was Bücher für mich bedeutet haben und immer noch bedeuten. Grant Snider fasst es hier schon zusammen. Eine gute Eigenschaft fehlt mir noch: wirksame Medizin gegen emotionales Leiden.

Bücher sind …
Spiegel
Fenster
Terrassentüren
Trittsteine
Mäntel
Anker
Sprungbretter
Ausstiegsluken
stille Ecken
warme Decken
fliegende Teppiche
Signalfeuer für neue Leser

Mehr vom großartigen Grant Snider findet man hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Fahrenheit 351

Es gibt wenig Bücher, die mich und mein Leseverhalten, meine Einstellung zu Büchern und auch der Welt gegenüber so geprägt haben wie Ray Bradburys Fahrenheit 451. Ich habe es als Teenager im Englischunterricht gelesen und die darin entworfene Dystopie hat mich tief beeindruckt. Die Widersinnigkeit, dass die Feuerwehr verbrennt, Bücherverbrennungen, die zitierte Poesie, die Bereitschaft von Menschen für Bücher zu sterben, die Bereitschaft alles aufzugeben, um einen kulturellen Schatz zu bewahren.
Ich weiß nicht, ob ich zu diesem Zeitpunkt schon Heinrich Heines Zitat „Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ kannte; aber es trifft bei mir den gleichen Nerv …

Fahrenheit 451 ist die Temperatur, bei der Papier Feuer fängt und zu verbrennen beginnt. Daher stammt auch der Name des Romans. Diesen Comic (Danke fürs Zeigen, F.!) musste ich also einfach lieben. Und ganz besonders den Switch, der alles zum Guten kehrt!

Weitere Comics gibt es hier bei Incidental Comics.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!