Wie sprech ich einen Blogger an?

Ich mag Autor*innen. Wirklich! Ich bin sogar mit einer ganzen Reihe von ihnen befreundet. Sie sind nette, angenehm verrückte Menschen, die meine Liebe zu Geschichten teilen, Bücher mögen, meine Leidenschaft fürs Lesen verstehen und selbst teilen. Sie sind sehr fantasievoll. Sie wissen viel aus den verschiedensten Lebensbereichen und haben immer eine Anekdote zu jedem noch so abseitigem Thema auf Lager. Sie sind unterhaltsam und amüsant und verstehen meist meinen Humor. Sie blicken immer über den Tellerrand. Es bringt Spaß sich mit ihnen zu unterhalten. Sie sind einfach eine angenehme Gesellschaft. Daher bin ich gerne mit ihnen zusammen, mit ihnen befreundet, ich höre gerne von ihnen und lerne auch gerne neue Autor*innen kennen. Jedenfalls meistens.

Bid von Pixabay

Ich bekomme in der letzten Zeit mehr und mehr Rezensionsanfragen. Eigentlich finde ich das schmeichelhaft. Denn es könnte ja bedeuten, dass mein Blog gefällt und meine Rezensionen, bei denen ich mir Mühe gebe mehr zu schreiben „Gefällt mir.“ auf Resonanz stoßen. Es könnte also schmeichelhaft sein. Ohne Frage.
Aber immer mal wieder – und leider auch immer öfter – vergreifen sich die Schreiberlinge dabei im Ton und sind patzig oder anmassend. Oder sie sagen sehr durchschaubar die Unwahrheit, beispielsweise darüber, dass sie meinen Blog lesen und ihnen gut gefällt, was ich schreibe. Oder sie stehlen meine Zeit durch eine Massenemail, die eigentlich gar nicht mich, die ich Kinder- und Jugendbücher rezensiere, als Ziel hat. Und das ist ärgerlich. Sehr sogar!

Dieser Blog ist mein Hobby. Es ist meine freie Zeit, die ich hier investiere. Nicht die ganze, aber doch immer wieder einen signifikanten Teil. Ich bekomme dafür kein Geld nur ab und zu ein Buch). Ich mache das, weil Bücher und Lesen zwei meiner großen Leidenschaften sind. Und deshalb mache ich das gerne.

Eine Rezension schreibt sich nicht von allein. Ich lese das Buch, analysiere es, mache mir dazu Gedanken, formuliere eine möglichst konstruktive Kritik, mache oder besorge mir ein Coverfoto, recherchiere zur Autor*in, lasse das Ganze liegen, um Abstand zu gewinnen, überarbeite den Text noch einmal und dann erst veröffentliche ich die Rezension. Das alles kostet Zeit. Jede*r, der sich selbst mit Schreibprozessen beschäftigt, kann das sicher nachvollziehen.

Die Rezensionsanfragen, die ich in der letzten Zeit bekomme, haben mich dazu gebracht, hier einmal zusammenzufassen, was ein*e Autor*in bedenken und beachten sollte, wenn er oder sie ein*e Buchblogger*in anschreibt und um eine Rezension seines Werks bittet. Frei nach T.S. Eliot „Wie sprech ich einen Blogger an?“

  1. Vorauswahl. Die meisten Blogger*innen sind spezialisiert. Sie sind eben auch in erster Linie Leser*innen, die ihre ganz eigenen Vorlieben haben. Es ist also sinnvoll, den Blog einmal unter die Lupe zu nehmen. Was wird dort rezensiert?
    Eine Liebesromananfrage an eine*n Thriller-Blogger*in oder ein Fantasybuchrezensionsbitte an ein*e Gartenbuchblogger*in zu richten, ist für die Blogger*in ärgerlich und kostet alle nur unnötige Zeit. Die Autor*innen beim Hinausschicken und die Blogger*innen beim Lesen und wohlmöglich Antworten. (Ich habe das eigentlich immer gemacht, aber in der letzten Zeit habe ich zum Beispiel Rezensionsanfragen zu Erotikbüchern kommentarlos aus meinem Emailpostfach gelöscht.) Und am Ende kommt bei mir nichts dabei heraus außer dem miesen Gefühl, dass da schon wieder jemand etwas will, aber sich nicht die Mühe macht zu schauen, ob es passen könnte.
  2. Persönliche Ansprache. Wenn man nun als Autor*in schon geschaut hat, ob der Blog der richtige für das eigene Buch ist, kann man auch noch schauen, wie die Blogger*in und der Blog heißt.
    Eine Ansprache mit Namen und Namen des Blogs ist schön. Jede*r mag mit Namen angesprochen werden; das vermittelt das Gefühl gesehen und gemeint zu sein. Außerdem ist so erkennbar, dass die Autor*in bereit ist auch Zeit zu investieren und tatsächlich recherchiert hat. Das wiederum ist eine gute Grundlage für den Aufbau einer Beziehung auf Augenhöhe, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Und eine solche Beziehung hilft auch noch beim nächsten Buch und dem übernächsten.
  3. Das Wort ist schon gefallen: Respekt. Das wünsche ich mir. Für mich als Person, meine Arbeit und meine Zeit oder vielmehr dem Mangel davon und die daraus resultierenden Entscheidungen für oder gegen eine Rezension. Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber wenn ich eine Rezensionsanfrage höflich ablehne, noch alle Gute mit dem Buch wünsche und dann eine Email zurückerhalte, in der ich entweder herablassend darüber aufgeklärt werde, dass dieses Buch aber absolut in mein „Beuteschema“ passt, außerdem wirklich gut ist und ich echt etwas verpasse oder eine pampige Antwort wie „Dein Blog liest ja sowieso niemand.“ (Warum wollte der Autor*in denn überhauppt eine Rezi von mir?) bekomme, dann habe ich aufgrund dieses Mangels an Respekt sicherlich auch in Zukunft keine Lust mich mit den Ergüssen dieser Person zu beschäftigen.
  4. Respekt bedeutet auch Ehrlichkeit im gegenseitigem Umgang. Wenn Emails kommen, in denen Sätze wie „Ich lese Ihren Blog so gerne.“ oder „Ich mag deine Rezensionen.“ eintrudeln und dann um die Rezension eines Finanzplanung-Sachbuchs oder einer Holocaust-Biografie gebeten wird, dann – ganz ehrlich – fällt es auf, dass das überhaupt nicht passt und ich wohl mit unehrlichen Worten eingelullt werden soll, damit ich der Autor*in einen Gefallen tue. Kommt bei mir – und auch anderen Blogger*innen – nicht so gut an. Im besten Falle machen wir uns darüber lustig…
  5. Daraus ergibt sich dann auch – eigentlich selbstverständlich – Höflichkeit. Eigentlich bricht niemandem ein Zacken aus der Krone ‚bitte‘ und ‚danke‘ zu sagen. Tue ich auch und bringe ich auch meinen Kindern bei.Das Leben ist ruppig genug, da können doch wenigstens wir Buchmenschen höflich, vielleicht sogar freundlich und nett miteinander umgehen.

So, nun ist mein Rant vorbei. Danke für die Aufmerksamkeit!

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

Frohes neues Jahr und 2015 im Rückblick

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! Möge es uns allen Frieden bringen – und viele gute Leseentdeckungen!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 4.200 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Missionstatement: Rezensionen

Ich bekomme in der letzten Zeit mehr und mehr Rezensionsanfragen. Natürlich freut mich das, aber es setzt mich auch unter einen gewissen Druck. Mir ist natürlich klar, dass Literaturjunkie meilenweit davon entfernt ist Das literarische Quartett zu sein, aber ich bin mir meiner Verantwortung als Kritikerin durchaus bewusst. Wenn ich eine Rezension schreibe, habe ich den Anspruch dem Buch, dem Autor und mir gerecht zu werden.

Ich fürchte, ich bin eine sehr harte Kritikerin. Zum einen habe ich mit der „Hochjubel-Superlativ-Attitüde“ des Internets wenig am Hut und zum anderen habe ich nach schätzungsweise 4000 bis 5000 gelesenen Romanen, einem Literaturwissenschaftsstudium und einer Tätigkeit als Gutachterin und Lektorin einen sehr analytischen und klaren Blick auf Plots, Spannungsbögen, Figurenentwicklungen, Dialoge und Co.. Es gibt sehr wenig, das mich noch überraschen kann und wenige handwerkliche Fehler, die ich nicht wahrnehme.

Es ist so einfach (und amüsant) Verrisse zu schreiben, aber das liegt nicht in meiner Absicht. Meine Kritiken sollen klar Schwächen benennen und möglichst einen Hinweis auf Verbesserungsmöglichkeiten geben, aber eben auch die Stärken des Buchs zeigen, die mich dazu gebracht haben, weiterzulesen. Denn das ist nicht selbstverständlich bei mir. Für schlechte Romane ist mir meine Zeit einfach zu kostbar! Drei Sterne bei mir zu bekommen ist also keine Schande, vier Sterne bedeuten schon, dass das Buch für mich empfehlenswert ist und ich Freude daran hatte, fünf Sterne bekommen Meisterwerke wie Die unendliche Geschichte oder Der Tod in Venedig. Ich hoffe und bemühe mich sehr, dass ich beim Rezensieren stets fair und sachlich bleibe – und konstruktive Kritiken schreibe.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

2014 im Rückblick

2014 – was für ein Jahr! Gar nicht lesen und dann doch vier Bücher in drei Tagen verschlingen wechselten sich ab. Ich habe unheimlich viele neue schöne Kinderbücher kennengelernt und vorgelesen. Und viele, viele wunderbare Menschen mit, durch und über Bücher kennengelernt.

Danke an euch alle da draußen, die hier immer wieder mitlesen und die ihr mir das Gefühl gebt nicht in einen luftleeren Raum zu schreiben!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für Literaturjunkie erstellt, den ich gerne mit euch teile und zwar hier.

Happy Birthday, Literaturjunkie!

Hurra! Heute vor drei Jahren ist Literaturjunkie an den Start gegangen. Seitdem schreibe ich jede Woche etwas zum Thema Buch. Meist ist das nicht viel. Ein paar Sätze, ein paar Gedanken, ein paar Erinnerungen, aber in den paar Augenblicken des Niederschreibens machen sie mich glücklich, so glücklich wie die Bücher, um die es hier geht. Drei Jahre schon … Zeit „Danke!“ zu sagen.

Liebe Leserinnen und Leser, danke für euer Interesse! Danke für eure Kommentare! Danke für eure Treue!

Liebe Autorinnen und Autoren, als erstes danke für eure Geschichten! Und danke für eure Geduld und Zeit, wenn ihr mal wieder Fragen für mich beantwortet habt!

Liebe Verlagsleute, danke für eure Kooperation und Hilfe! Und besonders denen des Arena-Verlags, die mich ganz am Anfang zum Blogger-Workshop eingeladen haben und damit sehr tief in die Bloggosphäre haben eintreten lassen.


gefunden bei Verlag script5 auf Facebook

Ob Literaturjunkie auch den 40sten schafft?

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

Liebster Award – discover new blogs

Hallo zusammen,

ich wurde von Anna B. Chris für den “Liebster Award – discover new blogs” nominiert. Danke!

Regelwerk:

Verlinke die Person die dich nominiert hat.
Beantworte 11 Fragen, die dir vom Blogger, der dich nominiert hat, gestellt wurden.
Nominiere 11 weitere Blogger mit weniger als 200 Followern.
Stelle 11 Fragen an deine Nominierten.
Informiere deine Nominierten über diesen Post.

Hier sind die mir gestellten Fragen mit ihren Antworten:

1.) Woran denkst du grade?
Dass mein Sohn vermutlich gleich aus seinem Vormittagsschlummer erwachen wird und ich Mittagessen für uns machen sollte. Sehr banal. 😉

2.) Was ist der größte Wunsch, den du dir bisher erfüllt hast?
Ich habe viele Träume und hatte und habe das große Glück, dass viele von ihnen wahr geworden sind, und meist war ich nicht alleine bei der Verwirklichung, sondern hatte viel und großzügige Hilfe: ein Haus mit großem Garten für unsere Familie, mein Studium, das Privileg auszuprobieren, als was ich tatsächlich arbeiten möchte, eine Rundreise durch Wales, England und Cornwall, um die Schauplätze der Artusgeschichten zu sehen, in den Dankeworten in verschiedenen Büchern erwähnt zu werden, …

3.) Welches Buch liest du gerade?
Ich habe gestern Abend Franziska Hilles Die Englische Hochzeit (Devon Cream Tea) ausgelesen. Außerdem lese ich Sinneswerkstatt 4 Elemente – 4 Jahreszeiten: Erde, Wasser, Feuer, Luft im Jahreslauf erleben und erforschen und in Landart-Aktionen kreativ gestalten von Regina Bestle-Körfer & Annemarie Stollenwerk. Und ich werde heute Nachmittag Gans der Bär von Katja Gehrmann vorlesen.

4.) Welches ist dein liebster Ort auf der ganzen Welt?
Der, an dem meine Familie ist.

5.) Was regt dich am allermeisten auf?
Ein Umgang mit unserer Umwelt, als hätten wir noch eine zweite Erde parat, falls hier alles in die Binsen geht.

6.) Welche Jahreszeit bevorzugst du und warum?
Ich mag den Frühling, weil dann endlich alles wieder grün wird und ich mich über jeden einzelnen Krokus oder Winterling freue.
Ich mag den Sommer, weil mir Zitterlippe dann nicht mehr kalt ist und es wunderbar ist, bei Grillenzirpen mit lieben Menschen in der sanft fallenden Dunkelheit über Gott und die Welt zu diskutieren.
Ich mag den Herbst, weil die Farben der Blätter so atemberaubend sind und die Fülle der Ernte mich jedes Jahr aufs neue ganz demütig macht.
Ich mag den Winter, weil es so urgemütlich ist, sich nach dem Schneemannbauen auf dem Sofa mit einem heißen Kakao und einer Decke einzukuscheln und Bilderbücher vorzulesen.

7.) Bist du eher ein Serien- oder Filmegucker?
Das kommt ganz auf die Serie oder den Film an. Eine Serie kann ihre Handlung und ihre Figuren ganz anders entwickeln, aber auf der Großen Leinwand wirken viele Bilder einfach ganz anders.

8.) Wie hieß oder heißt dein Lieblingskuscheltier, dass du als Kind hattest?
Brummi – ein orangener Teddy.

9.) Wenn du einen Tag lang keine Gesetze beachten müsstest, was würdest du tun?
Ich würde in ein Museum fahren, dass expressionistische Gemälde hat und den pastosen Farbauftrag mit meinen Fingern berühren, entlangfahren, ganz genau betasten.

10.) Bist du ein Lang oder Kurzschläfer?
Durch die Kinder gezwungenermaßen eine Kurzschläferin.

11.) Was sind deine Schlussworte hier?
Danke fürs Nominieren und immer daran denken: Ein Raum ohne ein Buch ist wie ein Körper ohne eine Seele.

Meine Fragen:

1) Wie hast du deine Liebe zum Lesen entdeckt?
2) Was war das erste Buch, dass dich so richtig tief berührt und beeindruckt hat?
3) Wie und wo liest du am liebsten?
4) Schwierige Frage: Was ist dein Lieblingsbuch? oder, wenn du das ebenso wenig beantworten kannst wie ich: Welche Bücher kannst immer wieder lesen?
5) Welche AutorInnen magst du? Und warum?
6) Liest du auch auf einem eBook Reader? Und warum?
7) Was hältst du von der ganzen Diskussion ‚eBook vs. Buch‘?
8) Wie bist du zum Bloggen gekommen?
9) Über welche Art von Büchern bloggst du? Und warum?
10) Was war dein bisher schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit deinem Blog?
11) Was sind deine Ziele für dein Blog?

Ich nominiere
Katja von Katja’s Bücher und Rezepte,
Caroline von Buch und Literatur
und Marny von fantastische Bücherwelt
und alle weiteren Buchblogger, die gerne dieses Stöckchen aufnehmen mögen.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!