Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn! von Dana Simpson

Die kleine Tigerin ist eine Buchverschlingerin und Schnellleserin geworden. Ich finde das wunderbar! Die ersten drei Harry Potter-Bände haben wir schon in bester Buchclub-Manier verschlungen und alle paar Kapiteln darüber gesprochen, ein paar ihrer Bücher hat sie mir bereits mit den Worten „Mama, das handelt von einem Buchladen/Garten/etc..“ empfohlen und ihr Buchregal quillt wie meines über. Ich würde – zumindest in dieser Beziehung – sagen, alles richtig gemacht!

Heute haben wir eine Premiere: Die kleine Tigerin schreibt hier auf Literaturjunkie ihre erste Rezension. Die lustige und wunderbar liebevolle Comic-Serie Fibi und ihr Einhorn hat das Herz meiner Tochter von Anfang an erobert. Fibi und ihre Freundin Maiglöckchen Samtnüster, mit Spitznamen Glöckchen, die genauso selbstverliebt wie einfühlsam und verschroben und zufällig ein Einhorn ist, reflektieren und erklären ironisch die moderne Welt von Kindern und ihre Probleme. Als ich also den fünften Band der Serie zur Resenzion angeboten bekommen habe, lag es nahe, das Angebot nicht nur anzunehmen, sondern als Gastrezensentin die kleine Tigerin zu verpflichten.

Trommelwirbel und Tusch! Hier kommt nun also die erste Rezension meiner Tochter. Ich würde mich freuen, wenn es ein paar nette Worte in den Kommentaren für sie geben würde, um sie zu ermutigen. Vielleicht mag sie dann ja noch öfter hier Rezensionen schreiben…

Autorin: Dana Simpson
Illustrationen: Dana Simpson
Titel: Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn!
Verlag: h.f.ullmann
Seiten: 175

Im fünften Band von Fibi und ihr Einhorn – Achtung, Einhorn! werden in kurzen Comicstrips verschiedene Geschichten erzählt: Fibi und Maiglöckchen erleben mal wieder ein unvergessliches Halloween und plötzlich möchte jedes Kind ein Kobold haben. Fibis Erzfeindin Daria ist sehr beliebt in der Schule und ärgert Fibi bei jeder Gelegenheit. Und dann sind da ja auch noch ihre Eltern, mit denen sie klarkommen muss. Zum Beispiel möchte sie rausgehen, aber ihre Eltern wollen mit ihr zocken. Im diesem Band verreist Maiglöckchen und Fibi hat einige Probleme, die sie ohne ihre Freundin lösen muss.

Die Bilder sind toll, weil sie sehr fantasievoll gestaltet sind. Fibi finde ich toll gemacht, weil sie nicht an allen Tagen das gleiche trägt wie ein richtiger Mensch. An Maiglöckchens Bildern gefällt mir, dass sie nicht immer die gleiche Form hat. Sie bewegt sich richtig. An den Gesichtern kann man gut ablesen, welches Gefühl die Person gerade hat. Allerdings war ich am Anfang verwirrt, wenn ich mir manche Bilder angeschaut habe, weil die Personen von einem Bild zum anderen plötzlich an an einem anderen Ort sind, wo ich mir gar nicht erklären konnte, wie sie dahin gekommen sind.
Das Cover mit seinem Glitzerstern gefällt mir sehr!
Ich finde die Sprache in den Comics eigentlich ganz gut. Es ist ganz leicht zu lesen; nur manchmal lese ich zu schnell, so dass ich nicht alles richtig verstehen kann. Im fünften Band sind einige schwere Wörter dabei, dafür gibt es das Glossar, in dem alle schwierigen Wörter erklärt werden.
Ich finde, dass man von den Geschichten beim ersten Mal lesen ziemlich ein Lachanfall kriegen kann. Manche der Geschichten sind auch echt spannend, weil teilweise auch spannende Sachen passieren. Zum Beispiel ist Maiglöckchen weg und Fibi ist traurig und man weiß nicht, was sie als Nächstes tut. Allerdings finde ich blöd, dass Maiglöckchen sich von Fibis Vater bestechen lässt, aber von Fibi nicht.
Ich mag Fibi, weil sie mir ähnlich ist: Sie möchte genauso gern wie ich einfach von allen so behandelt werden wie alle anderen (angesagten Kindern).
Maiglöckchen mag ich, weil sie eigentlich sehr freundlich ist. Nur an ihrer Eitelkeit sollte sie noch arbeiten.

Alle, die Fantasy (Einhörner) mögen, sollten das Buch lesen!

Mehr zu Dana Simpson und zu ihrem Schreiben und Leben gibt es auf ihrer Website.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

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Stories for Boys Who Dare to be Different – Vom Mut, anders zu sein von Ben Brooks

Rezensionsmontag!

Die kleine Tigerin hat letztes Jahr zu Weihnachten „Goodnight Stories for Rebel Girls“ bekommen und seitdem wird es wieder und wieder gelesen. Das Buch inspiriert sie genauso, wie es die Intention der Autorinnen war. Aber was ist mit dem kleinen Drachen? Soll er mit den alten, ungesunden Männerrollenbildern groß werden? Nein, natürlich nicht. Daher kommt „Stories for Boys who dare to be different“ genau richtig. Um unsere Welt zu verändern, müssen wir nicht nur die Mädchen ermutigen und stärken, sondern auch den Jungen Vorbilder und den Mut geben sich über Genderstereotypen hinwegzusetzen, damit sie alle zusammen eine Welt jenseits des Gegensatzes Mann vs. Frau errichten können.
Offensichtlich ist auch der Loewe Verlag dieser Meinung, denn natürlich lässt sich der Inhalt der beiden Bücher – 100 Kurzbiografien berühmter Frauen bzw. Männer – miteinander vergleichen, aber auch das Cover von „Stories for Boys Who Dare to be Different – Vom Mut, anders zu sein“ ist lehnt sich sehr an der Gestaltung des Covers vom Buch aus dem Hanser Verlag an.

Autorin: Ben Brooks
Titel: Stories for Boys Who Dare to be Different – Vom Mut, anders zu sein
Illustrator: Quinton Winter
Verlag: Loewe
Seiten: 208

So politisch wie meine Einleitung kommt das Buch dann aber gar nicht daher. Es ist eine Sammlung von kurzen (jeweils eine Seite langen) Biographien von so verschiedenen Männern wie Ai Weiwei, Barack Obama, Bill Gates, Konfuzius, Daniel Radcliffe, Galileo Galilei, Hans Scholl, Harvey Milk, Jamie Oliver, John Lennon, Lionel Messi, Louis Armstrong, Louis Braille, Ludwig van Beethoven, Mahatma Gandhi, Muhammad Ali, Nelson Mandela, Nikola Tesla, Oscar Wilde, Patch Adams,  Siddhartha Gautama, Stephen Hawking, Thomas Edison oder Vincent van Gogh. Das Augenmerk liegt auf den Schwierigkeiten, die diese Persönlichkeiten hatten und wie sie sie überwunden haben und so ihre ureigene Größe und Wirkkraft erreicht haben. Erfolg liegt eben in dem eigenen Ziel und nicht in dem, was die Gesellschaft erwartet, und Stärke muss nicht immer die körperliche sein.

Die Sprache ist einfach und klar. Die Sätze sind kurz und prägnant und fassen die teils komplizierten Sachverhalte deutlich zusammen. Auch ungeübte Leser*innen können hier gut folgen, ohne dass der Eindruck von verkrampften Erstleser-Büchern entsteht.
Das Buch berichtet unsentimental über die zum Teil traurigen Enden der Männer, bleibt dabei aber positiv. Wenn beschrieben wird, dass Hans Scholl hingerichtet wird, folgen danach noch zwei Absätze, die auf seine positive Wirkkraft hinweisen.
Sicherlich gibt es zu den vorgestellten Personen noch viel mehr zu sagen, aber da bei Kurzbiografien auf einer Seite eine Reduktion stattfinden muss, wird das Prinzip konsequent durchgehalten. Der Leser erfährt genug über die Männer und Jungen, um neugierig zu werden. Und wenn man mehr erfahren möchte, kann man sich andere Quellen zum Weiterlesen suchen.
Die Illustrationen von Quinton Winter sind bunt und bringen beim Betrachten Spaß. Da sie neben der einen Seite Kurzbiografie eine weitere Seite einnehmen, spielen sie eine gewichtige Rolle im Buch. Man kann die Dargestellten gut erkennen, aber viele Bilder gleicher eher Karikaturen als Porträts.
Ich mag das Buch und freue mich schon darauf, das Buch dem kleinen Drachen zu schenken, wenn er lesen kann und hoffe, dass es ihn genauso inspiriert wie „Goodnight Stories for Rebel Girls“ seine große Schwester..

Mehr zum Verlag gibt es hier und über Ben Brooks hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Mama im Advent von Nicole Schäufler

Wir haben schon November und in den Läden ist schon überall Weihnachten ausgebrochen. Aber tatsächlich planen wir hier auch, was die kleine Tigerin und der kleine Drache für Adventskalender haben wollen. Lego oder Playmobil? Oder doch lieber Schleich? Und natürlich gibt es Engelsbriefe. Für jeden Tag bringen die Engelchen, die dem Weihnachtsmann in seiner Werkstatt helfen, einen Brief mit einem kleinen Geschenk. Ziemlich oft sind da Pixiebücher drin …
Mein Mann und ich hingegen haben keinen Adventskalender mehr, nachdem wir zweimal die Schokolade hinter etwa 18 Türen erst an den Feiertagen herausgeholt haben … Schokolade lockt also nicht, aber über ein Adventskalenderbuch von einer lieben Freundin, das jeden Tag ein Rezept oder Gedicht oder Lied hatte, habe ich mich vor zwei Jahren sehr gefreut. Daher hat mich auch das heutige Rezensionsexemplar angesprochen: Als erstes lachte mich das niedliche Cover an. Und dann der Untertitel: Ein Adventskalender für Mütter.

Autorin: Nicole Schäufler
Titel: Mama im Advent. Ein Adventskalender für alle Mütter
Illustratorin : Nicole Schäufler
Verlag: Edition Riedenburg
Seiten: 109

Für jeden der 24 Tagen bis Weihnachten gibt es ein Kapitel. Jeder Tag hat ein anders Thema – Luciatag, Bratapfel oder Sterne -, zu dem es einen kleinen Text, Bilder und vielleicht ein Gedicht, Rezept oder Märchenauszug gibt. So wird angenehm auf die Vorweihnachtszeit und Weihnachten eingestimmt. Die Rezepte und Bastelideen laden zum Nachmachen ein. Gerade die Rezepte sind so einfach, dass man sie sicher auch mit den Kindern backen kann. Zudem wird immer wieder die Möglichkeit geboten inne zu halten in dieser gerade für Mütter ja doch oft sehr stressigen Zeit des Jahres. Und es wird den Müttern für ihre Mühe eine schöne Advents- und Weihnachtszeit zu schaffen gedankt.

Das Büchlein – die 109 Seiten sind nicht besonders lang – ist ganz bezaubernd und liebevoll gestaltet. Das liegt vor allem an den einfachen, aber niedlichen und hübschen Illustrationen. Für die Rezension wollte ich ich auf eine Illustration hinweisen, die mir besonders gut gefällt, doch das ist nicht möglich, weil mich so viele entzücken.
Die Texte sind in heiterem Ton gehalten und bringen auch bei dem Verständnis für die schweren Aufgaben der Mütter und dem Nachspüren, was sie alles leisten (müssen), eher zum Lächeln und sich freuen. Auch die kleinen Exkurse der Autorin in die Mythologie und der Blick, woher Bräuche kommen oder wie es vielleicht einmal anders gewesen ist, bleiben an der Oberfläche. Eine echte feministische Analyse findet nicht statt. Daher ist der Adventskalender für alle Mütter, Großmütter und zukünftigen Mütter leichte Kost, die wie das Glitzern von Schneekristallen in der Sonne ein Freude bereitet.
Ganz klar stehen in den zahlreichen Illustrationen und Texte Frauenfiguren im Winter oder dem Advent und die (meist) weiblichen Traditionen wie Plätzchen backen, Basteln oder Vorlesen im Mittelpunkt. Aber anstatt dafür nur Anregungen zu geben, wird auch immer wieder den Müttern für die wichtige Rolle, die sie auch und gerade im Advent speilen, gedankt.  Wie wunderbar, dass unsere Arbeit so gewürdigt wird! Das ist neu, anders und sehr schön!

Mehr zum Verlag gibt es hier und über Nicole Schäufler hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender vom homunculus verlag

Und hier mal wieder eine Rezension …

Ich bin ja schon seit vielen Jahren bekennende Sherlockianerin. Leider bin ich bei weitem nicht mehr so aktiv, wie ich es einmal war. Wie auch? Ich freue mich ja immer diebisch, wenn ich hier das regelmässige Posten hinbekomme. Früher habe ich sogar für meine Freunde, die so gar kein tieferes Interesse an dem größten aller Detektive hatten, zu Sir Arthur Conan Doyles Geburtstag ein Sherlock Holmes Quiz veranstaltet und die Armen mit meiner überbordenden Begeisterung quasi gezwungen daran teilzunehmen. Sie fanden meine Fragen immer zu schwer … Auch, wenn ich also nicht mehr so aktiv bin, ist meine Leidenschaft für den viktorianischen Detektiv nicht verloschen, sondern lodert auf kleiner Flamme weiter. Ich verfolge gespannt, was sich so tut in der sherlockianischen Welt. Als daher die Frage kam, ob ich den Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender rezensieren möchte, habe ich mich gefreut. Vielen Dank an den homunculus verlag für das Rezensionsexemplar!

Texte: Joseph Felix Ernst, Sebastian Frenzel & Philip Krömer
Titel: Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender
Illustrator: Hans Baltzer
Verlag: homunculus verlag
Seiten: 50 (Ein Deckblatt und 24 Blätter – das hätte vermutlich jeder deduziert!)

Der Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender ist, wie der Name vermuten lässt, ein Adventskalender. Er hat einen stabilen Aufsteller aus dickem Papier und eine Ringbindung, so dass man täglich ein Blatt umdrehen kann und jeden Tag eine neue Geschichte zum Rätseln auf seinem Schreibtisch oder – wer es viktorianischer mag – dem Sekretär oder der Anrichte stehen hat. Jeder Tag bietet eine kleine Geschichte, in der Mr. Holmes und natürlich Dr. Watson in wenigen Worten ermitteln und der geneigte Leser am Ende knobeln kann, ob er auf die gleiche schlaue Lösung wie der britische Meisterdetektiv kommt. Eine wirklich nette Idee!

Der Stil der Geschichten unterscheidet sich sehr. Man merkt deutlich, dass verschiedene Autoren am Werk waren. Und auch die Art der Aufgaben unterscheidet sich von Geschichte zu Geschichte. Mal muss ein Code geknackt werden und ein anderes Mal aus kleinen Details das Geschehen kombiniert werden und einmal braucht man sogar Fachwissen über Bieber, um den Fall zu knacken. Mein persönliches Highlight ist der 9. mit einer gut zu deduzierenden Geschichte und dem moralisch und nicht nach dem Gesetz urteilenden Detektiv.
Sehr schade ist, dass nicht alle Geschichten in das 19. Jahrhundert, die große Wirkungszeit des privaten Ermittlers aus der Baker Street, passen: Da tauchen Lautsprecher und Insulin auf, das Auto – wenn es schon vorkommt, wird nicht als Automobil betitelt und manche der Leute verhalten sich eher anachronistisch. Das ist ein Wermutstropfen!
In vielen der kleinen Geschichten sind literarische Anspielungen auf Krimis und Sherlock Holmes verborgen. Sie bringen beim Lesen den geneigten Leser zum Lächeln.
Das durchgängige vierfarbgedruckte Design des Kalenders ist recht modern. Es passt durchaus zum Thema Krimi und Weihnachten, bezieht sich jedoch nicht auf den Mann mit Pfeife und Deerstalker im besonderen oder das viktorianische Zeitalter im allgemeinen. Das Papier fasst sich angenehm an.
Für einen sherlockianischen Sammler ist der Adventskalender sicherlich eine amüsante Kuriosität. Aber jeder, der gerne die Vorweihnachtszeit zelebriert und sich und sein innere Kind an den kleinen schönen Dingen dieser Zeit erfreut, ist mit diesem Adventskalder gut bedient. Wenn mann dann noch wie ich als Jugendlicher Wolfgang Eckes Krimi-Rätsel verschlungen hat, ist diese Sammlung von Mini-Geschichten ein großer Spaß. Und besser als ein Schokoadventskalender ist der Mr. Holmes‘ Krimi Adventskalender für die schlanke Linie allemal!

Mehr zu den Büchern vom homunculus verlag gibt es hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Voll verboten von der Dudenredaktion

Bei uns sind die Ferien fast vorbei; in meiner alten Heimat Schleswig-Holstein fangen sie gerade an. (K., S., M. und B. geniesst es!) Noch vor den Ferien bin ich gebeten worden den „Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock – Ab 7 Jahren“ zu rezensieren. In den Ferien haben die kleine Tigerin und ich uns also daran gesetzt und losgelegt …

Autor: Dudenredaktion
Titel: Voll verboten!
Illustrator: Judith Heger, iStockphoto/Sashatigar, Anna-Lena Sonnak, Constanze Schröder, Angelika Sust, Ines Schiffel
Verlag: Duden Verlag
Seiten: 160

In erster Linie soll dieser Block natürlich unterhalten und die Langeweile vertreiben. Ich selber habe als Kind diese Aufgabenblöcke und -hefte geliebt und war daher sehr gespannt zu sehen, wie meine Tochter ihn findet. Gleich auf der ersten Seite kommt der erste Lacher: ein Gitterrätsel, in dem man nach Schimpfwörtern wie „Pupsgesicht“ suchen muss und die kleine Tigerin kommt gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Weiter geht es auf den nächsten Seiten mit Malen nach Zahlen, Basteltipps, Geschichten spinnen, Buchstabensalat, Madalas zum Ausmalen, Paare suchen, Galgenmännchen, Zahlenhäusern, Stadt, Land, Fluß, Entschuldigung, hier heißt es Stadt, Land, Pups und vielem mehr. Wenn die Rätsel und Co. auch in erster Linie Spaß machen, vertiefen sie doch in zweiter Linie das gerade in der Schule erworbene Wissen um Buchstaben und Zahlenmengen. Und sie fördern die Kreativität!
Ein kleines Manko sind die Rätsel, in denen es um Englisch geht. Die kleine Tigerin hat mit ihren sieben Jahren – Sie ist also genau in der Zielgruppe. – gerade die erste Klasse abgeschlossen. Der Englisch-Unterricht beginnt bei uns erst in der dritten Klasse. Sie hatte also alleine gar keine Chance die Rätsel zu lösen. Das löste ein bisschen Unmut aus.
Die Illustrationen sind lustig und – da verschiedene Illustrator*innen am Werk waren – vielseitig. Das macht den Block auch nach der vierten Seite noch interessant.
Voll verboten ist eine gute Idee für die verregneten Tage im Urlaub, wenn man nicht draußen Toben und Spielen kann, oder für die Zeit, wenn die Großen zum Beispiel im Restaurant ein bisschen Ruhe haben wollen.

Und das meint die kleine Tigerin: „Der ist voll lustig!“

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Mal!

Stark! von Armin & Philip Scheuer

Rezensionsmontag!

Ich bin gebeten worden ein Jungenbuch zu rezensieren und ein Buch, das speziell auf Jungs zugeschnitten ist, ist immer interessant. Sie sind es die seltener lesen, sie sind es für die man spezielle Bücher braucht, um sie fürs Lesen zu begeistern, so die Lehrmeinung in der Ausbildung zur Vorlesepatin. Und das stimmt ja auch. Also haben wir Stark! gelesen und soviel verrate ich schon mal vorweg, dem kleinen Drachen hat’s gefallen.

Buchcover

Autor: Armin & Philip Scheuer
Titel: Stark!
Illustratorin: Christiane Eger
Verlag: Selfpublishing www.philipundseinefreunde.com
Seiten: 14

Männer – Rollenvorbilder – sind stark und können verschiedenen Personen in verschiedenen Situationen helfen. Es ist gut stark und hilfreich zu sein. Und das kann ich kleiner Mensch auch.

Die Illustationen sind deutlich sichtbar am Computer entstanden und zeigen sich wenig unterscheidende Menschen, die vor allem an unterschiedlichen Haarfarben und Frisuren auseinanderzuhalten sind. Die Bilder sind aber schön klar, hübsch bunt und gut zu erkennen. Da sie jedoch nicht mit vielen Details aufwarten, werden sie vielleicht nach einiger Zeit langweilig.
Das Buch ist für sehr kleine Kinder konzipiert. Die kleine Tigerin (6) verlor noch während des Vorlesens das Interesse. Auf je einer Doppelseite können verschiedene Männer – Feuerwehrmann, Polizist, Sanitäter, Baumeister, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer – in unterschiedlichen Situationen anderen helfen. Dabei ist der Text sehr offen, so dass die kleinen Betrachter selbst Geschichten erzählen können, wie diese Hilfe aussehen könnte. Ein liebevolles und überraschendes Detail ist der Spiegel am Ende des Buchs, der dem kleinen Betrachter in eine Reihe mit den „Helden“ auf den vorherigen Seiten setzt. Das ist toll und irgendwie faszinierend; zumindest hat der kleine Drache auf dieser Seite die meiste Zeit verbracht.
Der kurze Text wiederholt sich quasi pro Seite und der Stil ist sehr simpel.
Ein hübsches Buch, das sich für Jungs jedoch nur dadurch auszeichnet, dass die Protagonisten männlich sind. Das ist schade, denn schließlich gibt es ja auch Frauen in den dargestellten Berufen, die dasselbe leisten wir ihre männlichen Kollegen. Ich hatte auf eine besondere Art von männlicher Stärke, die vorgestellt wird, gehofft …

Das sagt der kleine Drache (3): Noch mal?

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

Wieselwusel von Michat Krygier

Rezensionsmontag!

Ich bin gebeten worden das Wieselwusel zu rezensieren und ein Buch, in dem es um Aufräumen, Ordnung und Unordnung geht, ist immer interessant. Zumindest, wenn man wie ich nicht gut leben kann, ohne dass ein gewisses Maß an Ordnung herrscht. (Und das liegt nicht etwa daran, dass ich so ein ordnungsliebender Mensch bin, wie viele Leute meinen, sondern daran, dass in mir so viel Chaos ist, dass ich es nicht auch noch außerhalb von mir ertragen kann.) Also muss aufgeräumt werden. Das mag nicht jeder – besonders nicht meine Kinder, die jeden Abend all ihr Spielzeug an seinen Platz zurückräumen müssen. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Chaos und Aufräumen ist also Thema bei uns …

wieselwusel cover front_300 dpi

Autor: Michat Krygier
Titel: Wieselwusel
Illustratorin: Alicja Wasilka
Verlag: Fabulus Verlag
Seiten: 21

Ein Ungeheuer aus dem Keller zieht bei der Familie ein. Es stiftet Unordnung und Chaos. Heißen tut es Wieselwusel. Aber Ungeheuer sind ja nicht immer ungeheuerlich …

Die Illustationen sind das, was dieses Kinderbuch zu etwas sehr Besonderem machen. Alicja Wasilka hält sie in den Farben grün, orange und silber und schafft so eine ganz andere und völlig neue Sehwelt. In den jeweils doppelseitigen Bildern sind viele Details versteckt und es gibt sehr viel zu entdecken.
Die Geschichte bezieht ihre Spannung daher, dass erst nach und nach klar wird um wen es geht, von wem erzählt wird und wer das eigentlich ist. Die vielen Beispiele, wo der Wieselwusel wirkt und die Kinder auch aus ihrem eigenen Leben kennen, macht es leicht und einfach sich in die Geschichte hineinzufühlen.
In den kurzen Texten pro Seite spricht der kindliche Erzähler und seine direkte Sprache zieht den Zuhörenden in seinen Bann. Der Stil ist gut verständlich, als würde ein Freund die Geschichte erzählen.
Die Art und Weise wie mit dem Wieselwusel in der Familie des Erzählers umgegangen wird, eröffnet viele Ansatzpunkte für das Aufräumen gegen den eigenen Wieselwusel an: Dinge sind leichter zu finden, sie gehen nicht verloren, niemand verletzt sich, es ist schön, wenn es sauber ist.
Ein gelungenes Bilderbuch zum Thema Aufräumen, das ohne erhobenen Zeigefinder auskommt, aber trotzdem eine positive Botschaft vermittelt. Und wegen der ausgezeichneten und besonderen Illustrationen wird es sich auch bei Erwachsenen lange in Erinnerung bleiben.

Das sagt die kleine Tigerin (6): Ist das aber schön bunt. — Unser Wieselwusel lebt im Kinderzimmer. — Liest du das noch mal vor?

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!