Was brauchst du? von Hanna Grubhofer & Sigrun Eder

Rezensionsmontag!

Als Mediatorin und Coach arbeite ich viel mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Ich finde sie einfach, gut umzusetzen und vor allem extrem effektiv.
Als ich gebeten worden bin Was brauchst du?, in dem es um Gewaltfreie Kommunikation für Kinder geht, zu rezensieren, habe ich also mit Freude zugesagt!

Autor: Hanna Grubhofer & Sigrun Eder
Titel: Was brauchst du? Mit der Giraffensprache und Gewaltfreier Kommunikation Konflikte kindgerecht lösen
Illustratorin: Barbara Weingartshofer
Verlag: edition riedenburg
Seiten: 75

Emil Erdmännchen und Carla Chamäleon, Balduin Bär und Mia Maus, Pedro Pfau und Martha Maulwurf und acht weitere Tiere haben Konflikte zu verschiedenen Themen. Aber zum Glück ist Gino Giraffe in der Nähe und kann helfen. Er fragt: „Was brauchst du?“ und macht damit den Tieren klar, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse haben. Zusammen suchen sie dann eine Möglichkeit, dass alle bekommen, was sie brauchen.
Nach diesem ersten Erzählteil folgt ein zweiter Teil mit vielen Arbeitsbögen, anhand derer Kinder das Gelernte der Geschichten vertiefen können und eigene Ideen zur Konfliktbewältigung entwickeln können. Und es gibt 14 Bedürfniskarten, die auf die Tiere und ihre Bedürfnisse in den Geschichten zurückgreifen und daher auch für kleine Kinder oder Kinder, die noch nicht soviel Erfahrung mit dem Benennen von Bedürfnissen haben, gut geeignet sind.

Die Illustrationen sind entzückend. Mit wenigen Strichen werden die Tiere zu Leben erweckt. Dass dabei die Tiergesichter gut erkennbar die Emotionen der Tiere, um die es in den verschiedenen Geschichten geht, erkennbar abbilden, ist ein kleines Kunststück. Im ersten Teil sind die Bilder bunt, dabei bleiben sie ganz zart und fein, was die kleine Tigerin begeisterte. Im zweiten Teil, dessen Arbeitsblätter vielleicht auch für mehrere Kinder kopiert werden können, sind die Abbildungen in schwarz-weiß gehalten. So auch die Bedürfniskarten am Ende des Buchs, mit dessen Hilfe Kinder leichter zeigen können, wie sie sich gerade fühlen. Meine Kinder zückten sofort die Buntstifte …
Die Sprache ist einfach und klar und somit gut für auch noch recht kleine Kinder zu verstehen.
Das Buch bietet auf kindgerechte Art eine Möglichkeit die Gewaltfreie Kommunikation kennen zu lernen. Mit den Geschichten kann geübt werden wertungsfrei die Situation zu beschreiben, mit den „Arbeitsbögen“ können die Wahrnehmung von Emotionen und Bedürfnissen vertieft werden und die Bedürfniskarten eignen sich für den alltäglichen Gebrauch.
Ein gelungenes Buch für Kinder zum Thema GfK, das viele Wege bietet sich dem Thema Konflikt und die gegensätzliche Emotionen und Bedürfnisse, die sie auslösen, anzunähren. Besonders die Bedürfniskarten am Ende gefallen mir sehr. Für Erwachsene, die sich noch nicht mit Rosenbergs Gewaltfreier Kommunikation beschäftigt haben hätte ich mir eine einseitige Einführung – vor allem mit den vier Schritten: Was beobachte ich? Was fühle ich? Was ist das dahinterliegende Bedürfnis? und Worum bitte ich den anderen? – gewünscht.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

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