Bücher und die neuen Rechten

Ich habe schon dreimal angefangen über die (neuen) Rechten und ihren Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse zu schreiben. Und ich habe jeden Versuch wieder in den Papierkorb gefeuert. Ich bin eigentlich eloquent, aber diese (und hier suche ich schon wieder ein Substantiv, das die ganze Spannweite meiner Gefühle von Entsetzen über Fassungslosigkeit bis zu Wut wiederzugeben vermag und scheitere) Sache lässt mich um Worte ringen.

Ich weiß nicht, wie man mit Menschen umgehen sollte, die die Toleranz unserer Gesellschaft ausnutzen, um ihre eigenen extrem intoleranten Standpunkte anderen aufzuzwingen. Über sie und ihre Ansichten zu reden und dabei aufzuklären halte ich für eine der besten Ansätze, aber nicht mit ihnen zu diskutieren. Warum hat die Amadeu-Antonio-Stiftung gut in Worte gefasst:

Diskutieren heißt, so steht es im Duden, Meinungen auszutauschen, Ansichten zu verhandeln, gegebenenfalls sogar einen Kompromiss oder Konsens herzustellen.
Eine Diskussion „auf Augenhöhe“ mit den Neuen Rechten würde bedeuten, dass wir unsere demokratischen Überzeugungen zur Debatte stellen. Grund- und Menschenrechte oder die offene Gesellschaft und ihre Errungenschaften zur Disposition stellen? Der Neuen Rechten entgegen kommen und ihre Meinungen diskutabel machen? Nein, dazu sind wir nicht bereit.

Ansonsten halte ich es mit Heinrich Heine „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Die neue Rechte verbrennt Bücher, hat das schon vor 10 Jahren getan. Ein unfassbarer Vorgang für mich und der Wahlerfolg der AfD gibt diesen verwirrten Geistern Aufschwung. Das Menschen mit solchem Gedankengut nun auch auf der Frankfurter Buchmesse, der größten Buchmesse der Welt und Branchentreff für die ganze Welt, Menschen drangsalieren und für sich eine Plattform erobern, ist schwer auszuhalten.

Aber was kann man tun? Die meisten Menschen in Deutschland sind gegen das rechte Gedankengut, gegen Hetze und Hass, gegen Intoleranz. Das klare Worte aber schwer zu finden sind, zeigt das Statement des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Ich finde, da hätte man mehr erwarten können. Ein Bekenntnis zur Demokratie beispielsweise und eine klare Distanzierung von Personen, die ihren Werten diametral gegenüber stehen. Und vielleicht eine Ankündigung entsprechender Konsequenzen für die Zukunft.

Sandro von Novelero – Blog für Literatur hat einen Button gebastelt. Für die Buchblogs. Das ist nicht viel, aber so kann buchblogger Stellung beziehen und sich klar positionieren. Und das ist dann doch schon wieder viel.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

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