Interview mit Markus Gründel

Markus Gründel ist der Autor von Geocaching II, das ich letzte Woche vorgestellt habe. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich ihn bei der Gelegenheit Geocaching auszuprobieren kennengelernt. Ich hatte bei dem sonnigen Wetter viel Spaß mit zwei Teenagern in der Gruppe die Rätsel zu lösen, den Code zu entschlüsseln und die Caches zu finden. Gegen Ende kam ich mit Markus Gründel, der den Workshop leitete, ins Gespräch; er ist der Autor zum Thema im deutschsprachigen Raum. Er war sehr nett und wir plauderten über die Eignung des Hobbys für Kinder und ja! Der Frühling ist da, der Sommer kommt und wir werden das Geochachen bald einmal ausprobieren! Vielleicht bekommt der eine oder die andere ja auch Lust!

Markus Gründel auf der LBM16

Markus Gründel auf der LBM16

Erzähl doch ein bisschen was zu dir! Wer bist du? Wo kommst du her? Wie bist du zu Geocaching gekommen? Wie ist aus dem Hobby Beruf geworden? Wie bist du zum Autor von Geocaching-Büchern geworden?

Ja, die meisten Geocacher im deutschsprachigen Raume kennen mich als „Den Gründel“. Ich versuch mich mal kurz zu fassen. Eigentlich bin ich gelernter Banker, was ich auch 13 Jahre an vorderster Front ausgeübt habe. Da ich aber seit je her ein leidenschaftlicher Wanderer, neudeutsch Hiker und Trekker bin, habe ich mich 2001 entschlossen in den Outdoor-Einzelhandel zu wechseln. Und dort hatte ich auch GPS-Geräte zu verkaufen. Und wie das bei vielen Jungs so ist, verkauft sich technisches Spielzeug ja leichter, wenn man es kennt 😉 So bin ich bereits 2002 über eine Randnotiz im Outdoor-Magazin, die da lautete „Schnitzeljagd mit GPS www.geocaching.com“, gestolpert was für mich das Alibi war mir ein eigenes GPS anzuschaffen. Schnell war dann auch meine Homezone in und um Hannover leergecacht, damals gab es hier ganze 5 Caches 😉
In 2006 habe ich dann angefangen am damals „Geocaching“ zu schreiben. Damals war es ja mit dem Internet noch nicht so arg weit und Printmaterial über das Hobby gabs nicht oder nur rudimentär, so habe ich beim Conrad Stein Verlag angefragt und die waren „mutig“ genug sich auf einen Nicht-Wanderweg einzulassen. Als es dann im Mai 2007 heraus kam war ich schon etwas überrascht, dass nun plötzlich auch ein weiteres Buch auf dem Markt war, nämlich von dem Kollegen Hoecker, welches aber eher lustig und nicht so sehr sachlich wie mein Buch war. Ja, und dann entwickelte sich das von ganz alleine. Als mich dann der Verlag 2009 anfragte in das Buch „Ausrüstung I“ einzusteigen und ich viele Anfragen zum Geocaching aus den unterschiedlichsten Seiten bekam, fehlte letztlich die Zeit für so ein Projekt und ich entschied mich für eine freiberufliche Tätigkeit als Autor und GPS-Coach, ja und da bin ich heute noch mit unterwegs, inzwischen habe ich ja mit dem Steven Ponndorf das „Geocaching II“ (was sich ausschließlich dem Thema Mystery-Caches und mögliche Rätzel annimmt) und ganz aktuell mit der Mitzecacherin das „Geocaching III“ herausgebracht und arbeite an weiteren Büchern zum Thema Ausrüstung, GPS und Geocaching.

Wie lange betreibst du schon Geocaching? Wie viele Caches hast du gefunden? Wieviele versteckt? Und von wie vielen sind die gefunden worden? Was macht für dich den Reiz von Geocaching aus? Welcher Aspekt – Technik, Natur – reizt dich am meisten?

Dabei bin ich seit 2002 und gefunden hab ich gerad mal 3.500. Ich bin bekennender Genuß-Cacher…es gibt Cacher die durchaus eine 0 dranhängen haben – ich kann auch mal ohne GPS aus dem Hause gehen 😉
Selbst hab ich an die 100 versteckt, wovon aber nur noch wenige aktiv sind – die Wartungsarbeiten bei populär versteckten Dosen sind schon nicht zu unterschätzen, so rangieren einige meiner Dosen unter den Top20 in Sachsen-Anhalt.
Als passionierter Wanderer bin ich gern draußen und frische meine Touren gerne mit ein paar zu suchenden Dosen auf.

Du bietest ja auch Seminare, Beratungen, etc. an. Wie kann man sich das vorstellen?

Geocaching ist ja längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so nutzen Schulen, Jugendeinrichtungen, ja viele Institutionen Geocaching als Tool, um die Kids zum rausgehen zu motivieren. Und da berate ich eben, da es beim Cachen durchaus das ein oder andere Fettnäpfchen gibt, welches es zu vermeiden gilt 😉
Auch Seminare zu den GPS-Geräten als solches, da die sehr komplex sind und die Anleitungen eher nicht so benutzerfreundlich empfunden werden.

Du hast mir, als wir uns auf der Messe getroffen haben, gesagt, dass Geocaching ein tolles Hobby auch für Kinder ist. Magst du noch mal erklären warum? Ab wann können Kinder Geocaching betreiben? Was sollte man bei Kindern beachten? Wie findet man für Kinder geeignete Caches?

Ja, die Kinder sind ja heute immer mehr auf die Technik, das liebe Smartphone fixiert und so bietet das GPS die ideale Schnittstelle, um die Junioren mal in die freie Natur zu locken. Wie heißt es so schön „der Weg ist das Ziel“, aber das langt den Kids halt nicht und so kann ich mit dem Cachen noch für ein paar weitere Zwischenziele sorgen 😉
Gesehen habe ich tatsächlich schon 5-Jährige, grundsätzlich sobald ein Kind lesen kann und mit einem Handy umgehen kann, kann es auch mit Geocaching starten, klar zusammen mit den Eltern.
Zu beachten sind die Schwierigkeitsgrade, möglichst gering und die Größe des Caches. Große Dosen sind natürlich schöner, da sie oft neben dem Logbuch auch Tauschgegenstände enthlaten, was den Kids besondere Freude bereitet. Manch ein Kind verbringt Stunden damit von den eigenen Sachen etwas für seinen Tauschbeutel heraus zu suchen…
Am besten schaut man auch noch, ob beim Cache das Attribut Kinderfreundlich gesetzt wurde, ja und dann hilft natürlich wie über all im Leben das Lesen, Lesen, Lesen, vor allem das Listing des Caches und die Logs der Vorfinder – was man noch so alles beachten sollte habe wir in dem neuen Buch Geocaching III mittels vielen Comics der Mietzecacherin aufbereitet, es richtet sich mehr an die jüngeren, ist aber auch was für die Eltern. Wer tiefer einsteigen mag und lesefreudiger ist, dem sei das Geocaching I, als das Standartwerk empfohlen – beide kann man übrigens zusammen eisetzen quasi als Eltern-Kind-Varianten.

Was wünscht du dir für dein Hobby in der Zukunft? Was möchtest du noch persönlich erreichen?

Ich wünsche mir, das es weiterhin gerne auch noch mehr kreative Cacheleger gibt frei nach dem Grundgedanken „zeige Deinen Mitcachern einen interessanten Ort“ und das jeder in aller Euphorie und Ehrgeiz immer daran denkt „es ist nur ein Spiel“ 😉

Danke, dass ich bei Dir zu Gast sein durfte!

Gerne und vielen Dank für das Interview!

Mehr zu Markus Gründel gibt es hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

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