5 Fragen an Demetria Cornfield

Interview-Montag! Juchhu!

Ich habe Demetria vor inzwischen vielen Jahren bei einem online-Seminar kennen gelernt – so gut man das eben bei so etwas kann. Aber ich fand das, was sie schrieb, immer so freundlich, fundiert und authentisch, dass ich mir hinterher ein Herz fasste und sie auf Facebook anfreundete. Seither lesen wir regelmässig von unserem Leben und freuen uns an den Erfolgen und Freunden der anderen. Das erste Mal gesehen haben wir uns, als sie auf dem Weg von ihrer Lektorin nach Hause bei mir einen Kaffee-Stop gemacht hat. Sie das erste Mal zu sehen, zu hören, zu erleben, hätte seltsam sein können, war es aber nicht. Es war schön und wir knüpften live und in Farbe dort an, wo wir im Internet stehen geblieben waren.
Demetria hat bisher das Jugendbuch „Der Wächter des Sternensees“ und die Anthologie „Ganom“, die eher etwas für Erwachsene ist, veröffentlicht.
Mehr zu Demetria Cornfield findet man hier und hier.

Und los geht’s mit dem Interview-Montag!

Wann begann deine Liebe zu Büchern? Wer oder was hat deine Leidenschaft für Geschichten geweckt? Und gab es eine Initialzündung, ein ganz besonderes Ereignis oder ist die Beziehung langsam gewachsen?

Tatsächlich habe ich die Liebe zu Büchern meiner Deutschlehrerin in Thailand zu verdanken. Wir lernen dort schon recht früh lesen und schreiben. In den 70er Jahren war Europa, und speziell Deutschland so weit weg, da haben wir die irischen Elfensagen, die wir gemeinsam gelesen haben, in unserer Vorstellung einfach umgesiedelt. Das war das erste Mal, dass ich mittels gelesener Geschichten fremde Welten bereisen konnte, ich denke, mein unerschütterlicher Glaube an die Elfen stammt noch aus dieser Zeit.

Was war dein Lieblingsbuch oder deine Lieblingsbücher als Kind? Was war der Grund für diese Liebe? Welches Buch oder Bücher hast du als Jugendlicher geliebt? Was hat dich daran so fasziniert? Haben Märchen in deinem Leben eine besondere Rolle gespielt?

»Die kleine Hexe« und »Das kleine Gespenst« von Otfried Preußler. Mein absolutes Lieblingsbuch aber war »Krabat«. Dieses unsagbar Düstere, die unheimliche Stimmung, das hat mich gefesselt. Natürlich auch die Magie – sie hat mich, seit ich denken kann, begleitet. Ich war erleichtert, dass die Geschichte gut ausging und die Liebe gesiegt hat, aber auch traurig, weil die Mühle zerstört wurde.

Märchen fand ich, ehrlich gesagt nicht schaurig genug 😀 Du musst verstehen, dass wir Kinder in Thailand zur Abschreckung immer Geistergeschichten vorgesetzt bekamen, tu dies nicht, sonst kommt jener Geist, tu das nicht, sonst kommt jenes Gespenst. Deutsche Märchen fand ich immer etwas *lasch*. Nur die von Hans Christian Andersen, die hatten Tiefgang, die mochte ich. Die roten Schuhe, die Schneekönigin oder die kleine Seejungfrau beispielsweise.

Als Jugendliche habe ich Tolkien, Poe und Lovecraft gelesen, aber auch sehr gerne Stephen King. Da haben wir uns in der Schulklasse immer gegenseitig inspiriert. Wenn meine Eltern wüssten, wofür ich mein Taschengeld immer ausgegeben habe!

Ist dir als Kind viel vorgelesen worden? Was fandest du am Vorlesen besonders schön? Gibt es einen besonderen Vorlesemoment in deinem Leben? Und liest du heute selber vor? Und wem?

Leider ist mir nie vorgelesen worden, ich bin schon früh ins Internat gekommen und musste selbst lesen. Ich kann aber nicht behaupten, dass es mir gefehlt hätte, das war bei uns halt nicht so üblich. Meinen Kindern habe ich aber schon recht früh vorgelesen. Da unsere Wohnung vor Büchern überquillt, wollte ich ihnen einfach meine Liebe zu Büchern nahebringen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.

Welche Bücher gehören deiner Meinung nach in jedes Kinderzimmer? Und welche, findest du, sollten in jedem Regal von Jugendlichen stehen? Was macht für dich die Kinder- und Jugendbuch-Klassiker aus? Warum sind sie so besonders?

Jenseits von Bibi Blocksberg und Co.? Auf jeden Fall alle von Otfried Preußler, Astrid Lindgren, Erich Kästtner und Enid Blyton. Auch »Peter Pan« von James Matthew Barrie oder »Alice im Wunderland« von Lewis Caroll. Die Geschichten und die Erzählart sind einfach zeitlos, man kann diese immer wieder lesen, ohne dass etwas von deren Magie verloren geht. Gerade beim »Doppelten Lottchen« ist die Thematik immer noch höchst aktuell.
Meine Tochter hat sich dieses Jahr »Das kleine Gespenst« zum Geburtstag gewünscht und liebt es heiß und innig. Ansonsten habe ich den Kindern gerne »Karoline die Hexe« von Doris Wiederhold und Petra Probst vorgelesen. Später machte mein mittlerer Sohn seine ersten Leseschritte mit »Der Drache Kokosnuss« (liest mittlerweile Tolkien) – die Tochter mit der »Nele« Reihe von Ush Luhn.

Welche Figur aus einem Kinder- oder Jugendbuch würdest du gerne einmal zu Besuch haben? Was würdet du mit ihr einen Tag lang machen? Und was würdet ihr beide bei einem Gegenbesuch in ihrem Buch treiben?

Ganz ehrlich? Als ich damals »Der kleine Hobbit« las, wollte ich immer Gandalf bei mir haben. Wir würden den ganzen Tag Feuerwerkskörper basteln, und am Abend mit lautem Knall abbrennen lassen. Ich glaube, diesen Wesenszug liebe ich am meisten an ihm – dass er bei all der Magie den Spaß nie verliert.lautem Knall abbrennen lassen. Ich glaube, diesen Wesenszug liebe ich am meisten an ihm – dass er bei all der Magie den Spaß nie verliert.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zum nächsten Mal!

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