5 Fragen an Kristina Steffan

Wir hatten lange keine Interviews mehr. Also dachte ich, ich stelle mal ein paar netten AutorInnen, die ich kenne und mag, fünf Fragen (und weil ich mich immer nicht kurz fassen kann sind es fünf Fragenkomplexe geworden) rund um das Thema Lesebeginn, Kinder- und Jugendbücher und Lieblingsfiguren daraus. Die Interviews werden monatlich erscheinen und zwar immer am Interview-Montag!

Anfangen tue ich heute mit Kristina Steffan oder – ohne Pseudonym – Kristina Günak. Letzte Woche ist gerade ihr neuer Roman „Ach du liebes Glück“ erschienen. Ich habe ihn noch nicht gelesen; sie hat mein Buch, als wir uns das letzte Mal gesehen haben, einfach vergessen. Aber ich habe auf der Premierenlesung schon zwei Abschnitte gehört und war wie immer höchst amüsiert. Kristina ist – und schreibt – einfach so lustig.
Kennengelernt haben wir uns vor fast sieben Jahren, als wir gemeinsam die Mediatorenausbildung gemacht haben. Eines Tages erzählte sie mir etwas verschämt, dass sie eine Roman in der Schublade hätte und fragte, ob ich ihn mal probelesen würde. Es war nicht das erste Mal, dass ich so etwas gefragt wurde und ich habe mir zur Regel gemacht ehrlich zu sein. Der Tonfall war großartig, aber natürlich gab es noch viel Arbeit an dem Manuskript. Wer mich kennt, weiß, dass ich zu Understatement neige und so sagte ich die unvergesslichen Worte „Es ist schon Schlimmeres veröffentlicht worden.“ zu ihr. Vermutlich werden wir noch mit 90 auf der Terrasse sitzen und nachdem wir über unsere Ehemänner, unsere Kinder und Enkel und unsere Gärten geredet haben, wird sie mich angucken, breit grinsen und sagen: „Weißt du noch damals? Damals, als du …“
Und los geht’s mit dem Interview-Montag!

Wann begann deine Liebe zu Büchern? Wer oder was hat deine Leidenschaft für Geschichten geweckt? Und gab es eine Initialzündung, ein ganz besonderes Ereignis oder ist die Beziehung langsam gewachsen?

Die Liebe zu Büchern begann wohl in dem Moment, als ich endlich lesen konnte. Meine Mutter hat mich regelmäßig mit neuen Geschichten versorgt und ich gehörte immer zu denen, die mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke bis tief in die Nacht gelesen haben.

Was war dein Lieblingsbuch oder deine Lieblingsbücher als Kind? Was war der Grund für diese Liebe? Welches Buch oder Bücher hast du als Jugendlicher geliebt? Was hat dich daran so fasziniert? Haben Märchen in deinem Leben eine besondere Rolle gespielt?

Pippi Langstrumpf. Ganz klar. Sie hat alles anders gemacht. Sie war so unglaublich mutig. Sie hat einfach alles über den Haufen geworfen und dabei noch gelacht. Sie hatte ein ganzes Haus für sich alleine. Und einen Affen und ein Pferd. Außerdem war sie monstermäßig stark!
Meine Oma hat mir viele Märchen erzählt. Alte Weisen, die sie wohl selber aus ihrer Kindheit kannte. Darin kamen Raben, Käsestücke, Igel und Hasen vor. Früher dachte ich immer, dass ich niemals eines dieser Märchen vergessen würde, aber genau das ist passiert. Und bevor ich dazu kam, meine Oma danach zu fragen, ist sie gestorben. Geblieben ist ihre Stimme in meinem Kopf, wenn sie mir vom Raben mit dem Käsestück im Schnabel erzählt hat. Ich werde wohl nie erfahren, wie die Geschichte ausgeht.

Ist dir als Kind viel vorgelesen worden? Was fandest du am Vorlesen besonders schön? Gibt es einen besonderen Vorlesemoment in deinem Leben? Und liest du heute selber vor? Und wem?

Mir wurde viel vorgelesen und ich lese auch selber gerne vor. Immer noch. Mittlerweile können alle kleinen Menschen in meiner Familie selber lesen und tun das auch, aber ich darf ja immer noch regelmäßig auf Lesungen anderen Menschen vorlesen. Das macht mir große Freude.

Welche Bücher gehören deiner Meinung nach in jedes Kinderzimmer? Und welche, findest du, sollten in jedem Regal von Jugendlichen stehen? Was macht für dich die Kinder- und Jugendbuch-Klassiker aus? Warum sind sie so besonders?

Wir haben gerade alle Kinderbücher verschenkt, weil wir rausgewachsen sind. Zwei allerdings habe ich behalten. „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ von Werner Holzwarth und „Der Wald der wilden Tiere“ von Chris Wormell. Warum die? Weil sie herrlich anders sind. Der Maulwurf macht einfach nur Spaß und im Wald der wilden Tiere gibt es eine wunderbare Botschaft zu entdecken.

Welche Figur aus einem Kinder- oder Jugendbuch würdest du gerne einmal zu Besuch haben? Was würdet du mit ihr einen Tag lang machen? Und was würdet ihr beide bei einem Gegenbesuch in ihrem Buch treiben?

Pippi natürlich. Wir würden Blödsinn machen. Spaghetti essen. Ihr Pferd striegeln. Den Nachbarn ärgern. Den Affen kitzeln. Den Sommer suchen. Und finden, klar. 😉

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

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