Bericht der Leipziger Buchmesse 2012

So hier ist er endlich, mein Bericht über die Leipziger Buchmesse 2012. Ich keuche und schniefe zwar noch heftig (und scheine alle lieben Menschen in meinem Umfeld angesteckt zu haben), aber auch das habe ich mir ja von der Buchmesse in Leipzig mitgebracht …

Schöne Gespräche mit Agentin und lieben Leserinnen – wildes Gewühle unter der Glaskuppel drinnen – sanftes Flötenspiel bei den Wasserfontänen draußen. Leipzig wär am schönsten, wenn man es im Ganzen draußen bei den Wasseranlagen auf den Liegestühlen abhalten könnte …
Lilach Mer, Autorin

Und dabei war Lilach nicht einmal am Sonntag, sondern unter der Woche da – ich sonst auch. Ich fand die Messe dieses Jahr anstrengender. Und meiner Einschätzung nach lag es an der Menge der Besucher. Es ist voller und es wird mehr gedrängelt, es ist lauter und ich benötigt deutlich mehr Konzentration, um mich auf den Gegenüber zu fixieren. Aber die Menge der Besucher lässt sich ja leicht erklären: Es war Wochenende, die Menschen hatten frei und es war auch noch Familientag.
An den Wasseranlagen war ich dieses Jahr gar nicht. Mein Programm war einfach zu voll und dabei hätte das Wetter sogar mitgespielt. Es war sonnig und frühlingshaft warm. Ich aber bin wie ein kleiner Duracell-Hase von Halle zu Halle gesaust.

Und (ich) war sogar einen Nachmittag lang mal nicht in „meiner“ Halle und in der Nähe der Fantasy-Leseinsel. Allerdings gab es kein Lob für meinen „Einsatz“, sondern so einige verwirrt-fassungslose Fragen, weil ich nicht bei der Samstags-Lesung von Bernhard (Hennen) war.
Fantasynixe von fantastische Bücherwelten, Bloggerin

Mein Programm spielte sich auch nicht nur in „meiner“ Halle ab, obwohl die meisten für mich interessanten Verlage nun einmal in Halle 2 rund um die Fantasyleseinsel waren. Für den „Arbeitsteil“ meines Messebesuchs musste ich die Halle nicht verlassen. Und dieser Teil hat sich durchaus gelohnt.
Aber für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen mich etwas mehr mit der digitalen Seite des Buchs und des Lesens auseinanderzusetzen und mir zwei Vorträge dazu herausgesucht. Um es gleich vorwegzunehmen beide waren eine Enttäuschung. „Richtig Bloggen für Autorinnen und Autoren“ (Gut ich bin keine Autorin, aber hey! vielleicht würde ja trotzdem das eine oder andere für mich abfallen und außerdem war ich sehr interessiert daran, wie Bloggen im Literaturbetrieb bewertet wird und welcher Stellenwert ihm eingeräumt wird.) war eine riesige Enttäuschung. Außer „Bloggen ist besser als Facebook“ und „bitte mit dem kommerziellen WordPress bloggen“ gab es nicht wirklich eine Aussage. Immerhin habe ich mir Zettelchen mit meiner Freundin geschrieben und das war lustig und eine Reminiszenz an alte Zeiten. Ich hatte das nicht mehr seit dem Grundstudium gemacht! Der zweite Vortrag „eBooks: AutorInnen für AutorInnen ­– Vertrieb, Herstellung und Vermarktung“ entpuppte sich sehr schnell als eine billig gemachte Werbekampagne von einem Lektoren-/Selbstverlagbüro. Und ich dachte mir, wenn man mir so etwas unterjubeln will, dann darf ich auch so unhöflich sein und während der Veranstaltung gehen. Und habe es auch gemacht.

Ansonsten habe ich mich dieses Jahr auch viel mit Kinderbüchern beschäftigt. Meine Entdeckung der Messe war „Die Kinder der vier Elemente“ von Gül Kurtulus. Ich hatte von der Reihe schon viel Gutes gelesen und hatte mir vorgenommen, dass ich sie mir einmal anschauen würde. Nicht nur, dass der Herr am Stand sehr herzlich und freundlich war, ich war absolut begeistert von dem Umweltschutzkonzept, das hinter der Buchreihe steckt. Nicht nur die Bücher, sondern auch Handpuppen (Waren die niedlich!), Lieder und Arbeitsbücher gehören dazu. Eine echte, echte Kaufempfehlung, die nur nicht in meinem Rucksack gelandet ist, weil meine Kleine noch ein, maximal zwei Jahre zu jung dafür ist. Aber auf der nächsten Messe plane ich schon einmal Platz dafür im Rucksack ein!

Leipzig ist hell, bunt, lustig, unglaublich turbulent und trotzdem sehr entspannt – mehr ein Volksfest oder eine riesige Familienfete als ein Geschäftsevent. Ich komme wieder – schon allein, weil ich gar nicht all die netten Menschen gesehen habe, die ich gerne dort getroffen hätte!
Susanne Gerdom, Autorin

Bunt war es in der Tat wieder. Auch wenn der Cosplay-Preis schon vergeben war, liefen immer noch unglaublich viele Cosplayer herum. Und natürlich nicht nur, aber vor allem in Halle 2, wo eben auch Comics und Manga und der japanische Teegarten untergebracht sind. Man hatte wieder einmal unglaublich viel zu schauen und zu bewundern. Für einige der Cosplayer habe ich ob ihrer Hingabe eine große Bewunderung, wer trotz der in den Hallen herrschenden Temperaturen den ganzen Tag mit einem Ganzkörperplüschanzug herumläuft und sich noch geduldig mit anderen seiner Art oder „Touristen“ fotografieren lässt, der muss schon echte Leidenschaft empfinden. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich so gut wie keine der dargestellten Figuren kannte. Sollte ich mich doch einmal mit Manga und Anime beschäftigen?
Sonntag ist einfach kein guter Tag um Leute zu treffen. Ich hätte so gerne andere Bloggern wiedergesehen, die ich schon aus Würzburg kannte, aber viele waren einfach nicht am Sonntag da. Und ein angekündigtes Bloggertreffen habe ich verpasst, weil ich in ein unglaublich spannendes, gutes und fruchtbares Gespräch mit einem Verleger vertieft war. Aber mit der Fantasynixe von fantastische Bücherwelten habe ich mich getroffen! Das hat super geklappt und wir haben uns in all dem Gewühl der Messe gut gefunden. Schön war es endlich einmal das Gesicht zu dieser „Netzpersönlichkeit“ kennenzuleren. Irgendwie ist es dann doch immer noch etwas anderes, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden hat. Auch wenn ich in diesem Falle das Gefühl hatte, dass unsere Bekanntschaft genau dort anknüpfen kann, wo sie im Netz auch ist. Wie schön, dass manche Menschen im wirklichen Leben genauso nett und liebenswürdig sind wie im Virtuellen.
Und dann konnte ich natürlich noch eine kleine Freude „zurückschenken“. Die wunderbaren Frauen vom Arena Verlag haben von mir als kleines Dankeschön für all die tollen Dinge und all ihre Mühe ein bisschen Schokolade von der drei Dörfer weiter liegenden Schokoladenmanufaktur bekommen. Ich glaube, sie haben sich gefreut (Nach so viel Messe-Stress ist ein bisschen Nervenschokolade sicher auch ganz gut!) und wir haben noch ein bisschen geklönt. Wie nett!

Ohmeingottohmeingottohmeingott! OHMEINGOTT! Ich lese auf der Fantasyleseinsel auf der Leipziger Buchmesse!
Kristina Günak, Autorin

Ich habe es zu zwei Lesungen geschafft und beide waren sehr nett. Victoria Schlenderer hat aus ihrem neuen Roman „Fortunas Flug“ leider nicht besonders lange gelesen. Die Arme war ziemlich krank und hatte kaum Stimme. Trotzdem war sie sehr nett und nicht nur „Fortunas Flug“, sondern auch ihr erstes Buch „Des Teufels Maskerade“, das ich mit ihr zusammen in einer Leserunde gelesen habe, stehen nun signiert in meinem Schrank. Hm, wenn ich überlege – wohlmöglich hat sie mich angesteckt!
Und die zweite Lesung war „Engel lieben gefährlich“, dem zweiten, gerade erschienen Buch von Kristina Günak. Die Lesung war charmant und lustig – ich vermute wie das Buch selbst, auch wenn ich es noch nicht gelesen habe, aber der erste Teil war auch so. Aber geschenkt bekommen habe ich „Engel lieben gefährlich“ und es vergrößert nun mit einer sehr netten Widmung meinen SuB. Vor allem aber war ich da, um Händchen zu halten, (virtuelle) Pompoms zu wedeln und Kristina zu cheerleaden. Ersteres war so gut wie nicht nötig und mir ist versichert worden, dass ich den zweiten Teil gut gemacht habe. Und das ist doch mal ein gelungener Abschluss.

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Ein Kommentar zu “Bericht der Leipziger Buchmesse 2012

  1. Ein schöner Bericht – und deine Idee mit den eingestreuten Sätzen finde ich toll! Ich war gerade nur etwas verwundert, was ich da zwischen den ganzen Autorinnen mache. 😉
    Voll war es schon… Aber wenn man mal einen Messesamstag mitgemacht hat, wirken alle anderen Tage nicht mehr so schlimm. Obwohl ich mich diesmal ja gefragt habe, ob es letztes Jahr am ersten Tag auch schon so voll war. Es ist allerdings möglich, dass ich das einfach vergessen habe.

    Wirklich schade, dass deine beiden Vorträge so eine Enttäuschung waren! “Richtig Bloggen für Autorinnen und Autoren” hätte mich ja auch interessiert, aus reiner Neugier. Aber das war ja nix… Da hatte ich mit meiner Diskussion ja deutlich mehr Glück. Und vielleicht schaffst du es ja nächstes Jahr eher auf die Messe und triffst dann noch viele andere Blogger. Da wäre die SERAPH-Verleihung auch ein heißer Tipp. 😉
    Draußen am Wasser war ich irgendwie gar nicht dieses Jahr – aber ich habe es immerhin von weitem gesehen, als ich kurz mit Lilach draußen war. Und ich freue mich zu lesen, dass Susanne wiederkommen will – vielleicht klappt es dann ja besser mit einem Treffen. *schnüff*

    Ich hab mich sehr gefreut, dich dort getroffen zu haben! Und da wir ja gar nicht soweit auseinander wohnen, schaffen wir vielleicht ja auch ein Treffen abseits der Massen. 😉 Aber erstmal drücke ich dem Duracell-Hasen samt Familie die Daumen für eine schnelle Gesundung! Husch, husch – weg mit der fiesen Erkältung!

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