Hinter verzauberten Fenstern von Cornelia Funke

Und hier mal wieder eine aktuelle Rezension. Hinter verzauberten Fenstern habe ich letzte Woche in einem Rutsch durchgelesen. Cornelia Funke schreibt eben einfach bezaubernd fantasievolle Geschichten! Von meinem SuB habe ich das Buch eigentlich gefischt, weil der Untertitel „Eine geheimnisvolle Adventsgeschichte“ lautet und ich so langsam in Vorweihnachtsstimmung kommen will. Was könnte da mehr helfen, als ein Buch zum Thema?

Autor: Cornelia Funke
Titel: Hinter verzauberten Fenstern
Illustrator: Cornelia Funke
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Seiten: 181

Julia ist neun. Und damit schon so groß, dass sie alleine unter dem Dach im Haus ihrer Eltern wohnt. Aber doch immer noch klein genug, dass sie einen riesigen Trotzanfall bekommt, als ihrer kleiner, blöder Bruder Olli einen Schokoladenadventskalender bekommt und sie nicht. Typisch ist das! Immer bekommt er alles und sie nichts – nur diesen komischen Hauskalender, in dem nur Bilder sein können.
Doch nachts siegt die Neugier und Julia holt sich ihren Adventskalender doch noch nach oben in ihr Zimmer. Das Bild vom 1.12. ist zwar in der Tat doof – eine rumpelige Dachkammer -, doch der Kalender glitzert so schon im Mondlicht. Vielleicht ist also doch nicht alles so schrecklich. Und dann am nächsten Morgen – Potz! Schwere Not! – stellt Julia fest, dass sich das Bild verändert hat! Ein Wintermantel ist verschwunden und nun hängt dort eine Sommerjacke. Auch das folgende Bild verändert sich. Als Julia es sich ganz genau betrachtet, steht sie plötzlich direkt im jenem Zimmer und trifft auf Jakobus Jammernich, einen Flugmaschinenenerfinder.
Er und noch einige andere lustige Gestalten wohnen in dem Kalenderhaus und haben schon sehr lange darauf gewartet, dass mal wieder ein Kind aus der anderen Welt in die ihre kommt. Julia besucht mit Jakobus den König der Kalenderhauswelt und für sie wird im Kalenderhaus eine Party gegeben. Alles ist wunderbar, doch da ist immer noch ihr schrecklich neugieriger Bruder. Und Leo, der Lügner aus der Kalenderhauswelt, der Böses im Schilde führt. Und so gerät Julia Hals über Kopf in ein spannendes Abenteuer …

Die Atmosphäre von Hinter verzauberten Fenstern ist weniger geheimnisvoll und nervenzerreißend, sondern sehr fantasievoll und märchenhaft. Funke hat ein Kinderbuch geschrieben und das ist deutlich spürbar. Zwar gibt es ein Abenteuer, aber das macht keine Angst, und es ist klar, dass die Dinge, die in Unordnung geraten sind, wieder ins Lot kommen werden. Der Stil ist gradlinig und klar; es gibt keine verschachtelten Sätze und Satzgebilde.
Der Handlungsaufbau ist ebenso einfach und gradlinig. Komplexe Verwicklungen lassen auch weder die Länge des Buches noch das Genre zu. Dennoch wird immer wieder im moderaten Maße Spannung aufgebaut: Zuerst gibt es das Geheimnis um den Kalender, dann stellt sich die Frage, ob Julia ihr Geheimnis auch vor Olli bewahren kann. Und auch in der Kalenderhauswelt ist es schnell klar, dass Leo, der Lügner finstere Pläne schmiedet und Julia sein Komplott durchkreuzen muss.
Viel wichtiger als die eigentliche Geschichte ist dann auch das Worldbuilding. Und hier sprüht Funke nur so vor kleinen und großen Ideen. Nicht nur die Tatsache einer Kalenderhauswelt ist charmant, die Bewohner und ihre Besitztümer und Fähigkeiten sind einfach nur bezaubernd. Welches Kind träumt nicht vom Fliegen, einem Empfang beim König und einer Party mit Elfen und Riesen. Die – natürlich passenden – Illustrationen aus Funkes Feder unterstreichen das zusätzlich.
Die Figuren sind einfach wunderbar! Die beiden Kinder Julia und Olli sind so treffend in ihren Gefühlen und Empfindungen beschrieben, dass man sie förmlich vor sich sieht und die beiden abwechselnd trösten möchte. Ein jugendlicher Leser wird sich sicher hervorragend mit ihnen identifizieren können. Deutlich phantastischer, aber trotzdem sehr, sehr liebenswert und „realistisch“ sind die Bewohner der Kalenderhauswelt. Vor allem natürlich Jakobus Jammernich, aber auch der König, die Elfen Melissa und Rosalinde, Harry, der Hässliche oder Riesig, der tatsächlich ein Riese sind einfach so großartig, dass man ihnen gerne wieder begegnen möchte.

Mehr zu und über Cornelia Funke gibt es hier.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

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