Eine Hexe zum Verlieben von Kristina Günak

Und hier mal wieder eine aktuelle Rezension. Eine Hexe zum Verlieben habe ich letzte Woche mit meiner Leserunde zu Ende gelesen. Letzte Woche gab es ja schon ein Interview mit Kristina, nun folgt also die Rezi zum Buch.

Autor: Kristina Günak
Titel: Eine Hexe zum Verlieben
Verlag: Ubooks Verlag
Seiten: 315

Elionore Brevent ist Maklerin. Und Hexe – eine Erdhexe um genau zu sein. Wie sie dem Leser in der ihr eigenen Schnodderigkeit mitteilt, ist das nicht schlimm, es gibt deutlich schlimmere Schicksale. Wie beispielsweise das von dem Vampir Nicholas, dessen Haus sie verkaufen soll, es aber nicht kann, weil dort im Garten ausgesprochen seltsame Magie ihr Unwesen treibt. Oder wie das von dem Werjaguar Vincent, der unangekündigt und ausgesprochen dramatisch in Elis Leben stolpert – äh, nein! – als Werwesen ist er natürlich so elegant, dass er hineingleitet. Und auch das Schicksal der Elfen, die zurückkehren und mit ihrer seltsamen Magie alles durcheinanderwirbeln, scheint härter zu sein. Jedenfalls bis Eli die Auserwählte wird und mit ihren beiden weinenden Begleitern – eben jenem Vampir und Werjaguar – in die andere Dimension, in der es mordsgefährlich und extrem magisch ist, reisen muss, um von dort etwas für die Elfen zu holen und so ihre Welt – und die Sicherheit aller magischen Wesen – zu retten. Da ist dann auch Elis Schicksal nicht mehr so ganz ohne …

Erwartet man von Eine Hexe zum Verlieben eine düstere oder mystische Atmosphäre, ist man auf dem Holzweg. Der Stil von Kristina ist ausgesprochen heiter und leicht. Das Buch ist nicht wirklich dem Paranormal Romance-Genre zuzurechnen, dazu hat es eine viel zu große Portion Chicklit abbekommen. Nicht nur gibt es viel Situationskomik, sondern auch eine sehr sympathische Ich-Erzählerin, die schnodderig schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und dabei wunderbar (selbst)ironisch ist. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, aber auch Freundschaft spielt eine große Rolle. Vielleicht ist dies also die Geburtsstunde des Paranormal Chicklit, die wir hier erleben.
Was mir beim ersten (und zweiten und allen weiteren) Lesen neben der humorvollen Erzählstimme am besten gefallen hat, war , dass der Roman in Deutschland spielt. Das ist ungewöhnlich und es klappt wirklich gut. Das Worldbuilding ist stimmig und es ist einfach schön von dem Vampir vom Anemonenweg zu lesen. Wie angenehm und handfest, dass man hier als Leser tatsächlich weiß, wie der Hase läuft, und mit konkreten Bildern das Kopfkino füttern kann. Flughafen Hannover, Harz, Eichenwald – das ist alles gleich vor der Haustür und zeigt, dass exotische Dinge auch im gemütlichen Deutschland geschehen können.
Der Handlungsaufbau ist einfach und ohne große Schnörkel. Es gibt eine kurze, knackige Einführung in die Welt, es gibt ein Problem, das Problem kann durch eine Aufgabe gelöst werden, Aufgabe wird gelöst, fertig. Das ist nicht sonderlich komplex oder originell, aber solide geschrieben und ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Lediglich Elis „Prüfung“ und der Showdown sind nicht völlig überzeugend. Eli braucht bei ihrer „Versuchung“ keine Hilfe. Das ist schade, denn hier wird die Chance verschenkt zu zeigen, was ihr die neuerworbene Freundschaft und Liebe bedeutet. Im Showdown wird zu wenig mit textlichen Mitteln Spannung aufgebaut und bevor die Choreografie dem Leser vor Augen steht, ist schon wieder alles vorbei. Ein paar Seiten mehr hätten hier nicht weh getan.
Mit den Figuren hingegen ist alles gelungen; sie sind einfach zum Gernhaben. Egal ob es die schnodderige Hexe, ihr dösbatteliger Geschäftspartner, die extrovertierte Sekretärin, der zickige Vampir, der treue Werhusky, der vorsichtige Werfuchs, der geheimnisvolle Werjaguar oder die dominate Hexenmama sind, jede Figur wirkt lebendig, zum Anfassen real und wie wirkliche Menschen – wenn man von den mystischen Fähigkeiten des einen oder anderen absieht. Man wünscht sich den einen oder anderen von ihnen mal im wirklichen Leben kennenzulernen und das Buch am Ende aus der Hand zu legen tut einem leid, weil man ihnen allen nun Auf Wiedersehen sagen muss. Aber gotseidank ja nicht für lange: Im März nächsten Jahres erscheint der zweite Band.
Auch wenn sowohl Paranormal Romance als auch Chicklit nicht so meine Lieblingsgenre sind, ist Eine Hexe zum Verlieben ein echtes Wohlfühl- und Gute-Laune-Buch!

Mehr zu den Büchern von Kristina Günak und zu ihrem Schreiben und Leben gibt es auf ihrer Homepage.

So, dann ist erst einmal alles gesagt. Bis zur nächsten Woche!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s